Mia.

(Nicht mehr) Fremd im eigenen Land

26.02.2004, 12:09, Text: Max Freudenschuss, Max Freudenschuss
[45 Kommentare]

Deutschland macht Pop! Pop ist deutsch. Deutsche Bands singen nicht mehr nur und ganz selbstverständlich auf Deutsch, nein, sie fühlen nun auch deutsch. Mia. machen nicht den Vorreiter, wenn sie sagen, dass sie sich nicht mehr für Deutschland schämen wollen, nur in ihrer – bislang – eher linksalternativen Szene klingen diese Töne neu.

Compilations mit »moderner Musik« heißen ›Neue Heimat‹ oder ›Heimatkult‹, es wird, halb selbstironisch, von »German Liedgut« geredet, der Rap besinnt sich auf seine nationalen Qualitäten, und die Pop- und Rockopas, die vor kurzem noch sehr einsam für eine Quote für deutschsprachige Musik im Radio fochten, sehen sich plötzlich von links und von rechts überholt.

Entsprechend sind auch die Hochglanz-Magazine plötzlich voll vom Thema Deutschland, die angesagte Modedesignerin Eva Grombach designt erst in den Nationalfarben und dann gestaltet sie Polizeiuniformen, junge Magazine heißen »Deutsch«, und alle wollen beim ›Grand Prix‹ für Deutschland auftreten. Wie kommt es zu dieser neuen Deutschland-Welle, und ist das nun neuer Nationalismus oder vielmehr ein unverklemmter Umgang mit dem alten Vaterland? Und was hat Deutschland mit wessen Gefühlen zu tun? Respektive: Sind die Gefühle dem Vaterland gegenüber überhaupt die eigenen? Hannes Loh (siehe Feature auf Seite 60) zeigt die neuen irritierenden Strömungen in der deutschsprachigen Rock-, Pop- und vor allem HipHop-Welt auf, Maximilian Freundenschuss sprach mit Mia. und hat seine Schlüsse gezogen, der Autor schließlich berichtet von einer Podiumsveranstaltung in Berlin, auf der gefragt wurde, ob man denn zu sexy für den Faschismus sein könne.

»Ich will, dass sich die Lager spalten – right, ich bin dafür bereit«, sangen Mia. noch vor zwei Jahren auf ihrem Debüt-Album ›Hieb & Stichfest‹, und eine ganze Reihe von PopschreiberInnen im Feuilleton und auch die Kids auf der Straße und in den Zimmern waren sich einig: Dies ist die deutschsprachige Platte, die das Gefühl von reiner Gegenwart auf den Punkt bringt. Endlich kein cooles Bescheid-Wissen mehr über Nischen, sondern die Affirmation des knappen Moments und das Jetzt-alles-Wollen; endlich bewusst weiter zu gehen, als man sollte. Heute, nach der Single ›Was Es Ist‹, sehen sich Mia. vor allem einer Tatsache ausgesetzt: Konfrontation lässt sich in Popsongs souveräner abhandeln als in der Realität.

Dabei ist es erst mal ziemlich fragwürdig, von einer Popwelt und einer wie auch immer definierten Wirklichkeit als Gegensatzmodell zu sprechen. Vor allem im Fall von Mia. Denn einer der Gründe, warum Mia. gut sind, liegt im Eindruck, es nicht mit einem Projekt zu tun zu haben. Projekte sind klar abgesteckte Terrains, von denen man weiß, welche Grenzen sie nicht überschreiten dürfen. Mieze und ihre vier Mitstreiter sind das vom Gegenteil: eine Band als Gang. Nicht als Familienersatz, sondern als Clique, die sich gemeinsam all das nimmt, was Pop als Versprechen für uns bereithält. Küssen und vergessen. Um am nächsten Tag unsere Sehnsucht wieder auf jemand anders projizieren. Mia. nehmen momentan ihr zweites Album auf, das Mitte März erscheinen wird. Ich höre im R.O.T-Studio die eher rockigen Stücke und auch den garantierten Hit ›Sonne‹. Mieze singt vom »Süßen Vogel Jugend«, der sie begleitet, aber auch von einem »Tabu, das wir brechen – wir werden älter«. Unweigerlich muss ich an Neon denken, an das »Eigentlich sollten wir erwachsen werden«, und wie sehr Mia. dieses Lebensgefühl hier auf den Punkt bringen. Ein Lebensgefühl, das daraus besteht, sich bei zu langen Frühstücken endlosen Analysen hinzugeben, die nie auf den entscheidenden Punkt kommen – dass nämlich das ständige Thematisieren seines eigenen Bewusstseinsstands, des weichen Beobachtens von sich selbst und seines Jung-Seins, letztlich die Gründe dafür sind, eines Tages aufzuwachen mit der Erkenntnis, dass die Adoleszenz doch nur an einem vorbeigezogen ist. Ich finde das Lied gut, auch weil Mieze diesen Zwiespalt den entscheidenden Tick weiterdreht. Es muss ihre Stimme sein. Auch zwei Jahre später: Jetzt-Moment!

Heißen soll die Platte ›Stille Post‹ – wieder ein Albumtitel, der zwar Alltagssprache ist, aber in seinem Gebrauch auf mehr hinweisen will, als in den Worten selbst drinsteckt. Der Titel verweist auf die Vorkommnisse der letzten Wochen und Monate – vieles, was Mia. in Interviews sagten, wurde nach Meinung der Band über mehrere Ecken völlig falsch und lückenhaft wiedergegeben; und er handelt auch davon, wie sehr man solchen Verselbständigungen ausgesetzt ist. Für alle, die den nationalen Popdiskurs der letzten Wochen ausgeblendet haben: Mieze trat in rot-gold-schwarzer Fahne auf; Mia. nahmen für das Angefangen-Projekt die Single ›Was Es Ist‹ auf, die mit Zeilen wie »was ich jetzt weiß und noch nicht wusste, bin nicht mehr fremd in meinem Land« (wie anders klang das bei Advanced Chemistry ...) und »fragt man mich jetzt, woher ich komme, tu ich mir nicht mehr selber leid« privates Liebesglück mit Deutschland zusammendachte, und wurden im Januar dafür bei einem Demokonzert gegen Bildungs- und Sozialabbau von StudentInnen mit Eierwürfen von der Bühne geholt. Mehr links-gerichtete Medien unterstellen ihnen im wohlwollenden Fall grenzenlose Naivität, während der rechte Block sich freut, Mia. gegen die political correctness-Gedankenpolizei in Schutz nehmen zu dürfen (siehe Artikel von Jörg Sundermeier). Konzertveranstalter und Antifa-Gruppen unterstellen sich gegenseitig Nazi-Methoden, und Forumseinträge tragen mittlerweile Überschriften wie »Mia. Auschwitz. Deutschland.« Was läuft da schief?

In euren Manifesten sprecht ihr von Toleranz, Respekt und Liebe. Und auch von Mut. Ist das nun Mut, Deutschland als Begriff umcodieren zu wollen? Mieze: Ich habe den Eindruck, dass wir im Grunde alle das Gleiche wollen und lediglich unterschiedliche Vokabeln benutzen. Aber das kann doch eigentlich nicht das Problem sein. Wir haben das auch in vielen Diskussionen mittlerweile so erlebt: Viele Antifa-Leute, die uns kritisieren, leben in ihrer Matrix, für die ist ganz vieles nicht real, was sie auch selber so sagen – die Nation ist ein Konstrukt, Deutschland ist ein Konstrukt. Aber sie sagen auch, es geht ihnen um dasselbe – aber sie hacken auf den Vokabeln rum. Und ein Wort wie Nation benutzen wir ja nicht mal. Mia. [ich kann die Jungs – wie Kerstin Grether vor zwei Jahren – auf dem Band einfach nicht auseinander halten, hoffe, das ist auch diesmal okay so, ihre Äußerungen unter Mia. zu subsumieren): Wir versuchen einfach, den Kontakt zu diesen Leuten zu halten. Es gibt Gesprächssituationen, bei denen man definitiv weiterkommt, wo auch ich merke, dass ich meine Position hinterfrage. Bei uns setzt jetzt ja auch ein Gedankenfluss ein. Die Wahrnehmung der politischen Linke von Begriffen wie Nation ist für uns anstrengend wie auch bildend. Was man allerdings nicht vergessen darf: Wir haben mit diesem Song auch viele Leute positiv berührt. Die haben das richtig verstanden, teilweise sogar konkrete Vorschläge gemacht, wie sie sich dieses Land positiver vorstellen.

Zum Beispiel durch mehr Eigenverantwortung, was auch mal in einem Interview von eurer Seite gefallen ist? Inwiefern unterscheidet sich denn euer Aufruf, diese Eigenverantwortung wahrzunehmen, von dem eines Friedrich Merz? Mia.: Es gibt in Deutschland eine Menge Leute, die nicht aus ihren sozialen Verhältnissen rauskommen, die sich aber in ihrem Leben mit Sachen beschäftigen, die sie noch viel mehr in die Position bringen, dass sie nichts machen können: Das Bewusstsein ist nicht da, dass man selbst seine Situation ändern kann. Ich habe massiven Druck verspürt, als die Hartz-Kommission und die Agenda 2010 auf dem Tisch lagen und es keine wirklich nennenswerten formulierten Gegenentwürfe gab, auf die sich mehr als eine Hand voll Leute hätte einigen können. Und die Leute kriegen es so erzählt und wollen nur noch Reformen und überlegen gar nicht mehr welche. Ducken sich und hoffen, dass es sie nicht trifft. Mehr als ein Hadern mit den Umständen bleibt dir als Verlierer ja nicht.

Mieze: Und deshalb kam es ja auch zu Angefangen. Weil mehrere Leute sagten, das kommt von oben, und das ist so weit weg von mir. Die Reformen werden vollzogen, egal, ob ich mich dafür oder dagegen entscheide. Angefangen geht jeden an – da geht’s darum: Was macht mein Leben wertvoll? Einfach noch mal von vorne anzufangen und sich zu überlegen, was mein Anteil dazu sein kann, dass es hier besser wird. Die Grundbestimmung war, das wieder auf eine ganz individuelle Wahrnehmung runterzurechnen.

Mia.: Gesellschaftliche Veränderungen können nur über das Individuum passieren. Als ich Roman Herzog hörte, »durch Deutschland muss ein Ruck gehen«, hat mich das extrem geärgert. Dasselbe sagt ihr doch auch. Mia.: Wir müssen uns auch eingestehen, dass wir das zu sehr vereinfacht haben. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich mich gegen so etwas abgrenzen muss.

Alle stimmen zu. Stimmen alle zu? Gut gemeint ist noch immer oft genug das Gegenteil von gut. Das Problem bei diesen Rechtfertigungen, die von sich behaupten, wir suchen die Diskussion – wobei ja gerade die Anerkennung eines Arguments zum Willkürlichsten überhaupt gehört –, ist nicht nur die latente Schwammigkeit, mit der Mia. und noch viel stärker die Angefangen-Leute Deutschland und auch den Pop-Begriff über die »Respekt, Toleranz, Mut und Liebe«-Lanze brechen, sondern auch das Privatistisch-Individuelle, das ein bittersüßes Einverständnis mit Pop als schmissigem Accessoire herstellt, als Facette der Coolness-Industrie, die einer entideologisierten Sozialdemokratie, dem Magazin blond und Sönke Wortmann die Hand reicht zum rebuilding Germany. Wo man nicht mehr jammern darf, sondern als Ich-AG alle Möglichkeiten, die sich einem bieten, mitnimmt. Wenn auch nicht freiwillig. Man begreift sich als autonom, ohne dabei zu merken, wie sehr man den genau gleichen neoliberalen Verwertungslogiken zuspielt. Und neoliberal bedeutet heute, nun auch in popästhetischer Hinsicht: zurück zur Nation. Die Neuausrichtung des Song-Contests ›Grand Prix‹ (xxxKasten1xxx) fügt sich auch in das Bild. Nach Jahren der Niederlagen und Semiironie soll es wieder eine ernsthaftere Sache werden, für Deutschland anzutreten. Deshalb wählen jetzt auch VIVA aus, wer zeitgemäß und relevant genug ist, an der Vorausscheidung am 19. März teilzunehmen. Mia. tun das mit dem Stück ›Hungriges Herz‹, einer feingliedrig aufgebauten Geschichte über eine ungleiche Beziehung, in der man sich als Schwächerer dafür entschieden hat, bis zum Äußersten mitzumachen, obwohl klar ist, wie zerstört man sich am Ende fühlen wird. Das Lied ist nicht wirklich stylish, aber großartig. Mia. glauben daran, dass diese drei leidenschaftlichen Minuten die schweigende, passive Mehrheit vor den Fernsehern wird wachrütteln können.

xxxKasten1xxx Germany 12 Points! Zu Redaktionsschluss stehen bereits folgende acht Bands oder SängerInnen fest, die an der Vorentscheidungsshow für den ›Eurovision Song Contest 2004‹ (ehemals ›Grand Prix‹), ›Germany 12 Points!‹, am 19. März zugesagt haben. Bis zu fünf weitere kommen noch dazu:

Laith Al-Deen – Nennt sein drittes Album ›Für Alle‹, die er damit auch noch mal extra als seine potenziellen HörerInnen ausweisen möchte. Macht laut eigenen Angaben keinen »betont coolen German Soul«, sondern schlicht »deutschen Pop«. Songtitel: ›Höher‹.

Mia. – Der bisher einzige Act mit Indie-Affinität. ›Hungriges Herz‹ ist die erste Single aus dem demnächst erscheinenden neuen Album – für Mia.-Verhältnisse ein eher ruhiges Stück, das mit seinem »Wie weit«-Singalong allerdings am richtigen Nerv zieht, um nicht in der Indifferenz unterzugehen.

Overground – Die männlichen Sieger der ›Popstars – Das Duell‹-Shows. Hatten mit ›Schick Mir Nen Engel‹ auch den entsprechenden Hit. Von ›Der Letzte Stern‹ kann man sich den sterilen Popfunker erwarten, der gute Chancen hat zu gewinnen. Wenn die SMS-Votes gleichberechtigt mit den Anrufen gezählt werden.

Patrick Nuo – Sensibler Schweizer Sänger, der mit Weichspüler-PopRock in die Charts schwappte. Sein Beitrag ›5 Days‹ ist noch unveröffentlicht. Der Clip dafür ist auch schon für den von VIVA präsentierten Echo-Award ›Newcomer National‹ nominiert – Synergieeffekt rules!

Scooter – Seit dem Knaller ›Fuck The Millennium‹ nicht mehr wegzudiskutierender Bestandteil der deutschen Kulturindustrie. H.P. und seine beiden Mitstreiter sind die Quintessenz von ›Club Rotation‹ und der lebende Beweis, dass das wahre Deutschland nicht in Berlin zu Hause ist, sondern in den Großraumdiscos zwischen Friedrichshafen und Jena.

Sabrina Setlur – Nach zu viel Prada und Boris Becker von der HipHop-Community und der restlichen reaktionären Käuferschaft verstoßen, schreibt sie noch immer die besseren Lyrics als die meisten ihrer männlichen Kollegen. Noch steht nicht fest, ob sie eine Ballade wie ›Liebe‹ oder ›Baby‹ oder doch eher einen ihrer Wut-Songs performen wird.

WestBam & Afrika Islam – Die wohl überraschendsten Teilnehmer. ›Dancing With The Rebels‹ heißt das Stück und ist einfach ein weiterer guter trockener Westbam-Track mit Afrika-Islam-Rap. Man hätte auch mit Manierierterem rechnen können – allerdings gibt’s kaum was Nervigeres als aufgesetzte Subversion.

Wonderwall – Ohne Jule machen eLa und Kati von Wonderwall alleine weiter. Zum erklärten Vorbild Tori Amos ist es noch ein weiter Weg, doch legen die beiden Wert auf die Feststellung, ihre Songs selber zu schreiben. Beitrag: ›Silent Tears‹. Hier kann schon mal der Verputz von der Wand kommen.

Geht man auf die Seite www.angefangen.de – ein Kunstprojekt, das Fragen für Deutschland formulieren möchte –, landet man zunächst bei einer Seite, die für das Label R.O.T wirbt. R.O.T vertreten u. a. die Band Mia. Mia. bekunden, sich nicht mehr für Deutschland schämen zu wollen. Bereits zuvor brachten Mia. die DDR-Nationalhymne, ›Auferstanden Aus Ruinen‹, heraus, das machte keine Furore. ›Was Es Ist‹, die neue Nationalnummer, dagegen schon. Nhoah und Inga Königstadt sind von R.O.T. Unter dem Titel ›Too sexy for the Führerbunker‹ gab es im Januar eine Diskussion im Kunstraum Kreuzberg, bei der neben den beiden noch Knarf Rellöm sowie Sami Khatib und Björn von der Eintracht Berlin, einer lokalen Antifa-Gruppe, auf dem Podium saßen. Dazwischen ich, der Moderator.

Die Diskussion läuft doof an: Nhoah redet über Deutschland, weiß aber nicht, was das ist. Er redet stattdessen von Liebe und Respekt. Ein Taxifahrer im Ausland habe sich gefreut, dass er Deutscher sei, so Nhoah, weil Deutschland sich nicht am Irakkrieg beteilige. Sonst werde er als Deutscher eher beschimpft. Warum nur? Königstadt will die Geschichte vergessen, andere Länder hätten schließlich auch Verbrechen begangen ... – wird dafür niedergebrüllt, überlegt und hat es dann nicht so gemeint. Rellöm nennt das, was Angefangen betreiben, »verbrämt nationalistisch« – und Nhoah weiß nicht, was verbrämt heißt. Dafür legen sich Khatib und Björn ins Zeug, reden von Zwangskollektiven und Politik, Nhoah dagegen weiß, »dass man die deutschen Verbrechen nicht leugnen könne, aber dass wir trotzdem ...« Ja, was eigentlich? »... Ja, stimmt, aber ...« – die rhetorische Figur derjenigen, die nicht zuhören wollen. »Ich war immer selbstkritisch, vielleicht auch naiv-selbstherrlich, aber immer habe ich Menschen geliebt.« So schreibt Nhoah. Naiv. Selbstherrlich. Nhoah liest offensichtlich keine Zeitung. Königstadt auch nicht und zieht deshalb mit ihm gleich.

Hat Schröder Hitler weggemacht? Weiß Nhoah, dass sich Deutschland in der letzten Zeit an diversen Kriegen beteiligte? Gibt es Geschichte? Man musste zweifeln an diesem Abend. Die geradezu unverschämte Naivität, mit der die Angefangen-Leute auftreten, verbaut jede Diskussionsmöglichkeit. Kommt ein Argument, wird mit Gefühlen geantwortet. Angefangen wollen mit dem Deutschland-Thema »provozieren«, wie Nhoah immer wieder betont. Das Ganze ist kaum mehr als ein Marketinggag. Vor dem, was sie für eine Art »die Welt zu verbessern« halten, gibt es bei ihnen erst mal Werbung.

Doch unabhängig davon ist das Deutsch-Sein für diese Leute so unhinterfragbar und natürlich, dass Nationalisten schwelgen können. Die rechtsradikale Deutsche Stimme zur Diskussion: »Jahrzehntelang war die Hegemonie in der Jugendkultur ein unantastbarer linker Erbhof, der aus metapolitischer Sicht für die politische Linke wahrscheinlich eine wesentlich größere Bedeutung als die Wahlerfolge linker Parteien hatte, da über die prägende Wirkung der Jugendkultur Generation um Generation links sozialisiert wurde. Diese kulturelle Vorherrschaft ist nun zumindest spürbar angekratzt. Wenn auch noch von keinem nennenswerten Einfluss einer Neuen Rechten oder der nationalen Opposition auf die Popkultur die Rede sein kann, so ist dort doch Deutsch-Sein vom Nachteil zum Mehrwert geworden.« Das rechte Deutschland, das sich aus identitätspolitischen Gründen als das verfolgte ausgibt, hat den Kulturkampf, den es seit Jahren führt, schon gewonnen. Für solche wie die Angefangen-Leute gibt es keine denkbare Alternative zum Deutsch-sein-Wollen. Den Beifall von Rechtsaußen haben Nhoah und Konsorten vielleicht nicht gewollt, aber sie haben ihn verdient. Wir haben diese Diskussion dann abgebrochen (Podiumstext: Jörg Sundermeier).



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aus Intro #114 (März 2004)
 
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  • Molotov79 26.02.2004 | 15:57:35

    Kann das einfach nicht mehr hören. Warum nicht einfach akzeptieren, dass es möglich ist schöne Texte in Deutscher Sprache zu singen.Es gibt Bands die machen das schon seit Ewigkeiten und nicht erst seit es In ist. Warum immer gleich fragen, ob man denn sich nun nicht mehr schämen müsse. Aber nun gut Mia befindet sich auf einer Höhe mit der gesellschaftlichen Mentalität. Das heißt das es scheinbar ein riesen Bedürfniss gibt die Geschichte zu verdrängen wenn nicht zu relativieren. Siehe Deutschland und der Bombenkrieg - JaJa wir waren nämlich auch Opfer - Kotz. Keine Ahnung ich jedenfalls kann und will da nicht mittun. Für einen Unverkrampften Umgang mit Deutschland muss man doch nicht gleich immer betonen, dass man nun wieder stolz sein könne. Ich bin Deutscher na und es ist meine Heimat na und. Warum sollte ich darum ein solches Gewese veranstalten. Akzeptiert es doch einfach, dass ihr es auch seid. Kann es nicht mehr hören ,dass das immer gleich so einen schwarz-rot-goldenen Nationalitätsanstrich bekommen muss. Das es immer gleich auch auf die historische Schiene kommt. Zum Deutsch sein gehört für mich auch die Pflicht nicht zu vergessen und die Vergangenheit am Leben zu erhalten damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Das diese Geschichte dazu beigetragen hat, dass für mich die Begriffe Nation, Vaterland und Patriotismus jegliche Bedeutung verloren haben empfinde ich als ausgesprochen Positiv, denn was haben diese Konstrukte jemals anderes gebracht als Chauvinismus, Hass und Krieg. So und nun soll diese etwas unsortierte Gedankensammlung mit ein paar wirren Slogans geschlosen werden. Jeder ist sein eigenes Land - Schwarz Rot Gold auf das euch bald der Teufel holt - Es lebe die Freundschaft aller Menschen :):):)

  • User: quadro
  • quadro 26.02.2004 | 16:45:07

    lass es alles raus. so ist´s gut...

  • User: rubberchickenrobot
  • rubberchickenrobot 26.02.2004 | 17:03:24

    der podiumstext von jörg sundermeier bringt alles auf den punkt, was in den letzten wochen hier diskutiert wurde. sehr schön, vielleicht lesen die flachhupen bei r.o.t. das auch mal und hauen sich endlich mal mit der hand vor´n kopp.

  • buenaventura 26.02.2004 | 17:04:32
    hashomer
    mal mehr so ne technische
    frage: muss der artikel
    eigentlich so aussehen?
    besonders "xxxKasten1xxx"
    find ich eigentlich ganz fein,
    aber will das so?

  • User: webanarchist
  • webanarchist 26.02.2004 | 19:23:30
    Habe ich auf Kassette.
    eine weitere technische frage: wieso werden die postings zu diesem thread nicht richtig gezählt? laut übersicht enthält er nur eine antwort.

  • User: Teenager from Mars
  • Teenager from Mars 26.02.2004 | 20:31:57

    'Stille Post' - Oh weh, das wekct doch assoziationen zu Oomph!('Augen Auf', 'Wahrheit oder Pflicht') ;)

  • OOPS 27.02.2004 | 16:38:58

    ich meine, stille post, kennzeichet eher die methodik, mit der einige kritiker (andreas radtke, jörg sundermeier...) mit aussagen des angefangen konsortiums und somit auch mia umgehen. da kommt nämlich hinten immer was ganz anderes raus als man vorne reintrötet. bedenklich das sich solche leute journalisten nennen.
    davon abgesehen war sundermeier als moderator für die sogenannte podiumsdiskussion mehr als ungeeignet, because er mehr partei ergriffen hat als das zu tun was eigentlich sein job war,- moderieren !

  • User: all ages
  • all ages 27.02.2004 | 17:38:50

    fuck mia. die klingen jetzt wie rosenstolz nicht mehr wie ideal.

  • OOPS 27.02.2004 | 17:53:01

    jetzt fang ich auch schon so an...
    besagter kritiker (jungle world) heißt natürlich johannes radke...

  • User: better thing
  • better thing 27.02.2004 | 17:55:25

    welch beleidigung für rosenstolz.

  • OOPS 27.02.2004 | 17:57:31

    wie ac/dc, übermorgen wie dj hell, und viel später wie ein rückwärts laufender betonmischer...
    kein grund sich gleich in die hosen zu käcken !

  • User: better thing
  • better thing 27.02.2004 | 18:01:45

    wieso, wer hat hier die kontrolle über seinen stuhlgang verloren?

  • OOPS 27.02.2004 | 18:10:59

    hörte sich so an, als wär die aufregung so gross, als dass ausscheidungstechnischer kontrollverlust zu befürchten sei...

  • User: uvo
  • uvo 28.02.2004 | 03:48:44

    na wenn hinter OOPS nicht
    die r.o.t. leute stecken.
    neues profil, nix steht drin
    und sonst keine beiträge...

    hab eben zum ersten mal
    "was es ist" gehört und das
    netteste, was ich darüber
    sagen kann: primitive
    scheisse.

  • buenaventura 28.02.2004 | 10:48:23
    hashomer
    komm, lass es raus, wenn's dir doch die intuition sagt...

  • buenaventura 28.02.2004 | 10:57:44
    hashomer
    aber meine aus buechern erlernte kuehle abwaegende arrogante art hilft mir hier nicht auf die spruenge.

  • buenaventura 28.02.2004 | 11:12:00
    hashomer
    och.

  • OOPS 28.02.2004 | 19:59:16

    in wirklichkeit bin ich die rächerin schlechthin. hooligankäppchen. und komplett ohne profil! verdammt...

  • OOPS 28.02.2004 | 20:07:48

    sorry !

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