Wizoo Hypersonic

Steinberg

02.02.2004, 14:04, Text: Christoph Büscher, Christoph Büscher

Mit ihrem neuen VST-Plug ›Hypersonic‹ präsentiert Steinberg so was wie die Eier legende Wollmilchsau unter den virtuellen Instrumenten. Das Ziel der Neuentwicklung war klar, aber schwer zu erreichen: eine Software-Workstation, die individualisierbare Sounds bietet, dabei weitgehend professioneller Klangqualität genügt und darüber hinaus leicht bedienbar sein soll. Geht nicht? ›Hypersonic‹ beweist das Gegenteil. Bereits bei der Installation macht das Programm eine schlanke Figur. Die 1000 Presets und 70 Drumkits benötigen nur 270 MB. ›Hypersonic‹ ist eben kein reiner Sample-Player, sondern verwendet ebenso virtuell-analoge, FM- und Wavetable-Synthese.

Das spart Platz, braucht wenig CPU und klingt trotzdem erstaunlich gut. Die Oberfläche ist übersichtlich und intuitiv bedienbar. Im rechten Teil gibt es für jeden der 16 Midi-Kanäle einen Slot samt Panorama- und Lautstärkeregler, der die Sounds aufnimmt. Daneben ermöglicht der Sound-Browser einen schnellen Zugriff, der durch eine clevere Suchfunktion sowohl nach Instrumentengruppen als auch nach Attributen wie »warm«, »metallic« oder »acoustic« unterstützt wird. Im unteren Bereich finden sich die sechs Hyperregler, eins der Key-Features von ›Hypersonic‹. Sie ermöglichen individuelle Soundvariationen, ohne Details der Klangsynthese kennen zu müssen. Bei den mitgelieferten Sounds kommt keine Langeweile auf. Gerade die Drumkits und die Perkussion-Sektion können sich hören lassen. Auch die Sample-basierten Gitarren klingen vor allem unverzerrt recht gut. Die Nylon-Gitarre bietet sogar anschlagsdynamische Bundrutsch-Geräusche für größere Natürlichkeit. Problematisch wie bei jedem Synth sind dagegen die Bläser und Streicher, wobei ›Hypersonic‹ auf Solo-Streicher dann lieber gleich verzichtet und in der Bläser-Sektion nur auf das Nötigste setzt. Wer tiefer ins Klangdesign einsteigen will, erhält die Möglichkeit zur individuellen Anpassung der Presets. Neben Tonhöhe, Finetuning, und Synthese-spezifischen Parametern besitzt jeder Sound einen eigenen Arpeggiator, mit dem ein auf der Tastatur gegriffener Akkord in eine Folge von einzelnen Noten zerlegt wird. Auch die Manipulation der Filter und Hüllkurven führt zu variationsreichen Klängen, wobei der Grundcharakter eines Klanges allerdings weitestgehend durch die zugrunde liegenden Samples bestimmt wird. Vier weitere Effekte pro Sound und vier Mastereffekte bieten Freiraum für eigene Spielereien. Wer sich also weniger für komplexe Soundtüftelei und die Synthese eigener Klänge interessiert, bekommt mit ›Hypersonic‹ ein Werkzeug, mit dem schnell und intuitiv komponiert und arrangiert werden kann. Die modulare Architektur und die Möglichkeit, ganze Soundbibliotheken nachzuladen, machen ›Hypersonic‹ in der Zukunft sicher auch für Genre-spezifische Sounds zum Mittel der Wahl, wenn es darum geht, den eigenen Maschinenpark mit virtuellen Plug-ins aufzumotzen.



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aus Intro #113 (Februar 2004)
 
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