Im Koffer mit

Bobby Conn

30.01.2004, 17:09, Text: Cynthia Blasberg, Cynthia Blasberg
[7 Kommentare]

Was ist das für ein Mann, der sich in einem Schlafanzug mit Zigarettenbox-Print wohl und ungezwungen fühlt? Welcher heterosexuelle Familienvater hat goldene Schuhe und einen fliederfarbenen Trainingsanzug im Gepäck? Gehört Bobby Conn der neuen Spezies der Metrosexuellen an? Wie so oft liegen die Antworten nicht auf der Hand, sondern in der Pubertät. Bobby war in seinen Teenager-Tagen ein verwirrter Punk-Rocker. Depeche Mode hielt er für Punks, schließlich war damals alles, was aus England kam, Punk – oder schwul. Und so kam es, dass Bobby die Hand-Lotion seiner Mutter für das Styling seiner Haare benutzte, alte Anzüge zurechtschnitt und heitere Pastelltöne liebte.

Mit anderen Worten: Er war der typische Kleinstadt-Freak – und ist es bis heute geblieben. Keiner Wunder also, dass Conn sich oft anhören muss, ein »faggot« zu sein – was ihn jedoch kein bisschen stört. Seine bevorzugte Modeära sind nun mal die Siebzigerjahre. »Albern auszusehen war Teil des Mainstreams in den Seventies. Jeder, sogar Businessleute und Politiker, trugen diese riesigen Krawatten und Dreiteiler aus stretchy Polyester im Schottenkaro. Auch die Schönen und Reichen trugen Fransenzeug und Schlaghosen. Die Leute in Prada-Chic von heute hingegen sehen alle aus, als steckten sie in überteuerten Uniformen wie Mönche oder Mao-Anhänger.« Bobby Conn sucht und findet seine Klamotten in den abseitigsten Geschäften und teilweise auf der Straße – wobei Letzteres wörtlich zu nehmen ist. Seine Frau Monica legt oft Hand an, näht um oder fügt Accessoires hinzu. Seine letzte Entdeckung ist ein Typ namens Hakim aus Chicago, der Bekleidung für puerto-ricanische Teenie-Bopper anbietet. Die Outfits sind sehr eng und wahnsinnig billig. Bobby ist schon in grasgrüner Badehose mit weißen Boxerschuhen aufgetreten, was dann zu etwaigen Irritationen im Publikum führte, vor allem, wenn er die Bühne verließ, um Kontakt zu den Zuschauern zu suchen. »Das deutsche Publikum hat noch gelassen reagiert. In den USA reagieren die Leute auch mal gewalttätig. Ich versuche wirklich nicht zu schocken. Ich meine, es ist ja nicht so, dass man so etwas nicht schon einmal gesehen hätte. Ich versuche, meine Verletzlichkeit zu inszenieren und nicht zuletzt die Leute zu zwingen, sich mit der allzu menschlichen Realität des Künstlers auseinander zu setzen. Ich breche mit jeglichem Glamour.«



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aus Intro #113 (Februar 2004)
 
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  • User: Soundbwoy
  • Soundbwoy 31.01.2004 | 14:20:57

    Ich liebe diesen Mann!

    Seht zu, daß Ihr ihn mal live erlebt.

  • User: Clasen
  • Clasen 22.02.2004 | 20:09:11
    wertvoll wie ein kleines Steak
    Thu 11 Mar Holland Amsterdam Paradiso
    Sat 13 Mar Norway Stavanger Checkpoint Charlie
    Sun 14 Mar Norway Bergen Garage
    Mon 15 Mar Norway Oslo John Dee
    Wed 17 Mar Sweden Stockholm Kagelbanan
    Thu 18 Mar Sweden Malmo
    Fri 19 Mar Sweden Gothenburg Pusterviksbaren
    Sun 21 Mar UK Glasgow Optimo
    Mon 22 Mar UK Edinburgh Venue
    Tue 23 Mar Ireland Dublin Whelans
    Wed 24 Mar Ireland Cork Opera House
    Fri 26 Mar UK Leeds Joseph's Well
    Sat 27 Mar UK Camber Sands All Tomorrows Parties
    Mon 29 Mar UK Brighton Po Na Na
    Tue 30 Mar UK Nottingham Rescue Rooms
    Wed 31 Mar UK London Islington Academy
    Thu 1 Apr Belgium Brussells Ancienne Belgique
    Fri 2 Apr Germany Frankfurt Mousonturm
    Sat 3 Apr Germany Koln Gebaude
    Sun 4 Apr Germany Berlin Mudd Club
    Mon 5 Apr Austria Vienna Chelsea
    Tue 6 Apr Austria Linz Kapu
    Wed 7 Apr Germany Stuttgart Schocken
    Thu 8 Apr Germany Bielefeld Kamp
    Sat 10 Apr Germany Hamburg Molotow

  • User: Soundbwoy
  • Soundbwoy 23.02.2004 | 09:02:32

    Schön daß er im Mudd Club spielt...da ist kommt er leichter von der Bühne ins Publikum :)

  • jennics 23.02.2004 | 09:13:03
    oh! mal wieder ~[]-[]~ verlegt
    ...was im bielefelder Kamp nicht so einfach sein wird, naja dann kommt er eben geflogen, hehe...

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