Isobel Campbell
How can you not love Love?
30.01.2004, 16:40, Text:
Alex Bechberger,
Alex Bechberger
Tapfer, die Isobel. Wie sie da während einer US-Tour vor zwei Jahren bei everybody’s darling Belle And Sebastian so einfach das Handtuch – bzw. das Cello – hingeworfen hat, um sich voll und ganz der Solo-Karriere zu widmen. »Ich hatte einfach genug, zur Passivität verdammt zu sein und über den Ablauf meines Lebens nicht mehr bestimmen zu können. Ich wollte endlich frei sein, nachdem ich schon zwei Jahre lang daran gearbeitet hatte.«
Statt sich über die regelmäßig eingehenden Schecks zu freuen, stellte sie selbst ein Orchester ein, das in keine Kammer passt, und verfeinerte den Schliff, den sie mit ihrer früheren Band The Gentle Waves schon ziemlich gut hinbekommen hatte, nochmals mit einer kleinen Nuance Jazz: »Ich lebte in meiner kleinen kuscheligen Indiewelt, dann lernte ich Bill Wells kennen, der sofort begann, ganz viele Mix-Kassetten für mich aufzunehmen, und mir zeigte, wohin die Reise gehen kann.« Und auf dieser Reise, mitzuentdecken auf dem unter eigenem Namen veröffentlichten Album ›Amorino‹, will man sie gerne begleiten: Wer würde sich nicht neben Peter Sellers als Gast bei ›The Party‹ von Claudine Longets zart gehauchtem ›Nothing To Lose‹ betören lassen? Überhaupt ist Isobel Campbells musikalisches Werk voller Reminiszenzen an die 60er-Jahre.
Beim Spaziergang über die musikalischen Blumenwiesen, die Isobel voller Respekt beschnuppert, wird deutlich, dass ihr eigenes Oeuvre vor allem aus ihrer Leidenschaft für Musik und aus ihrem Fan-Sein erwachsen konnte. Das Leuchten in ihren Augen wird am hellsten, als Namen wie Shirley Collins (»I love love love her voice«) oder Love (»How can you not love Love?«) fallen. Und natürlich Burt Bacharach. »Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass wohlklingende Musik nicht einfach sein muss. Ich verneige mich vor seinen Arrangements.«
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