Black Eyed Peas

Interview

24.09.2003, 17:25, Text: Uwe Buschmann, Uwe Buschmann

Auf ›Elephunk‹, dem dritten BEP-Longplayer, ist zwar immer noch der Geist von HipHop drin, aber unüberhörbar auch noch stärker und intensiver Funk, Soul und Pop als bisher.

Wir nennen das Progressiv HipHop. Eine Art HipHop, der ständig weiterfließt und sich in und durch die verschiedensten Styles ausdrücken kann. So ist das bei BEP aber von Anfang an gewesen. Von Album zu Album konnte man das verfolgen. Dass wir jetzt mit Neuzugang Fergie über eine feste Sängerin verfügen, ist also nur logisch. Das macht unsere Tracks melodischer. Aber richtig Hardcore waren BEP ja nie.

Die Gästeliste mit Papa Roach und Justin Timberlake wird auch so manchen überraschen ...

Das ergab sich aber ganz natürlich aus persönlichen Kontakten heraus. Dafür lag wirklich kein Masterplan vor. Das ergab sich während der Aufnahmen im Studio ganz automatisch. Das Stück mit Papa Roach ist ja jetzt auch kein Nu-Rap-Metal wie Limp Bizkit oder Linkin’ Park. Und Justin Timberlake hatte sich durch seine Zusammenarbeit mit The Neptunes, Timberland oder Nelly sowieso schon einen guten Namen bei den HipHop-Fans gemacht. Das passte dann schon.

Justin Timberlake ist ja auf der ersten Singleauskopplung ›Where Is The Love‹ dabei. Ist der Titel eigentlich auch eine Reaktion auf die Ereignisse vom 11. September und auf den Golfkrieg?

Auch, aber nicht nur. Du musst ja nicht nur diese Dinge zum Anlass nehmen, um dir diese Frage zu stellen. Da reicht es schon, wenn du dir die Gesellschaft an sich ansiehst. Geh mal für fünf Minuten auf die Straße, und du wirst es dich mit Sicherheit auch fragen.

Momentan ist ja das Popstar-Casten im TV in ganz großer Mode. Bei euch gab’s ja ›American Idols‹, und P. Diddy stellt auf MTV gerade eine HipHop-Band zusammen. Wie denkt ihr darüber?

Wir finden das cool.

Aber geht da nicht etwas ganz Grundsätzliches des Musikertums verloren? Wenn Hauptkriterien wie Look oder Tanzvermögen so groß geschrieben werden, die Songs keine Eigenkompositionen sind, dann kann doch nur ein reines Retortenprodukt dabei rauskommen, oder?

Sehen wir nicht so. Das ist doch für alle eine echte Chance. Die wirklichen Talente, die in jeder Hinsicht wirklich was drauf haben, werden sich auch da durchsetzen.



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aus Intro #110 (Oktober 2003)
 
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