
Blur
Think Tank
14.04.2003, 17:22, Text:
Jürgen Dobelmann,
Jürgen Dobelmann
[5 Kommentare]
My own private Druckkulisse. Als Rezensent des neuen Albums einer Band der Gewichtsklasse Blur kann man nicht gewinnen. Argwöhnisch lunzt ein bis zur Selbstaufgabe devotes Millionenpublikum über alle verfügbaren Schultern, jeden Tastenhieb missgünstig in Frage stellend und sich in regelmäßigen Abständen heimlich kleine Zettelchen mit diskreditierendem Inhalt zusteckend. Wer hat sie nicht parat: Die unikate Anekdote von der entbehrungsreichen, siebenstündigen Anreise zu einem der (\"viel zu seltenen\") Blur-Gigs irgendwo in Europa? Wer weiß nicht zu berichten von einem gesundheitlich wie monetär defizitären Festivalbesuch in Modder und Pisse, gekrönt vom Blickkontakt mit einem der Bandmitglieder (alternativ: Gitarrenroadie)? Kurzum: Jeder weiß es eigentlich besser, jeder ist im Prinzip näher dran, jeder hat schon mal Blut gespendet.
An anderer Stelle auf diesen Seiten werden Alex James und Dave Rowntree ihr siebtes Studioalbum \"Think Tank\" arglos als ihr \"bisher zugänglichstes\" bezeichnen. Das mag zweifellos daran liegen, dass sich die nach dem Weggang von Nerdpop-Vorzeige-Schizzo Graham Coxon zum Trio eingedampfte Band im Verlauf der Aufnahmesessions an die schrulligen Geräuschpartikel gewöhnen konnte, die die Songs beharrlich umlagern. Hat man sich nach wiederholtem Konsum diese Soundkulisse erst einmal schöngehört und die \"Störfrequenzen\" der teils Aufmerksamkeit heischenden Klangschnitzereien erfolgreich abisoliert, wird die Perspektive frei auf die wohl prächtigste Repertoire-Erweiterung der bisherigen Blur-Historie. Man möchte das Phänomen vergleichen mit dem Schicksal jener, die ihr Dasein in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bundesstraßen, Stromschnellen, Großbaustellen, Kinderhorten, Electroclash-Diskotheken und Altglas-Sammelbehältnissen fristen: Nach einer leidigen Eingewöhnungsphase können sich derartige Zeitgenossen in der Regel problemlos an zartem Vogelgezirp oder dem Flügelschlag eines Tagpfauenauges erfreuen, der zur Rushhour ums Eigenheim flirrt.
Flugs sei diese Beobachtung an einem Beispiel festgemacht: \"Out Of Time\", die Vorabsingle. Schier unendlich (handgestoppte 40 Sekunden = gefühlte zwei Minuten) zieht sich beim ersten Hören das spärlich instrumentierte Songintro hin, bevor Damon Albarns Stimme die an lieblosem US-Rumpelrock wund gehörten Indie-Ohren endlich erlöst. Den ganzen Song über lassen die Produktionsverantwortlichen dabei Slo-Mo-Gitarren(?)-Effekte einrieseln. \"Wen stört's?\" mag der Interferenz-konditionierte White-Noise-Rock- und Frickeldisco-Freund an dieser Stelle verständlicherweise grummeln. Da Blur aber von Anbeginn ihrer Karriere 1991 an nicht nur als kunststudentischer Feldversuch in Sachen Dekonstruktion, sondern auch als mehrheitsfähiger Umsatzbringer in Sachen Tonträgerverkauf funktionieren wollten, darf man das Band-Oeuvre von Zeit zu Zeit gerne auch mal beim Chart-TÜV vorfahren. Schlussendlich steckt eine ganze Menge Geld in einer Platte, die nicht zuletzt \"King Of Pop\"-esk ein komplettes Kalenderjahr lang in drei verschiedenen Studios (London, Marrakesch, Devon) mit einem mittelgroßen Aufgebot an Produzenten (Ben Hillier), \"Beratern\" (u. a. Norman Cook und William Orbit) und Gastmusikern (u. a. ein andalusisches Streichquartett) reifen durfte. Da gibt man sich wohl kaum mit dem Blur-üblichen Null-auf-eins-UK-Hitsingle- bzw. -Album-Szenario zufrieden.
Schließlich setzt die Band spätestens seit ihrer vorsätzlichen Loslösung vom Stadion-Britpop vor sechs Jahren im Rest der Welt mehr Tonträger ab als in der Heimat. Der überraschende kommerzielle Erfolg des Albarn'schen Sideprojects Gorillaz in den Vereinigten Staaten lässt für die aktuelle Album-Kampagne sogar einen weiteren Anlauf zu, endlich auch die Musikfans des weltgrößten Tonträgermarktes für sich zu gewinnen. Ein Ansinnen, das angesichts der bis in alle schmerzhaften Einzelheiten öffentlich dokumentierten Fehlversuche in den vergangenen Jahren längst abgehakt schien. Auf der anderen Seite gilt es, weltweit all die blutjungen Maxi-CD-Käufer zu mobilisieren, die durch die Media-Control-Nummer-Zwei-Single \"Clint Eastwood\" vor zwei Jahren erst auf die Stammformation des populären Comicsängers aufmerksam geworden sind. Tricky.
Extreme Vorfreude und -ängste hielten sich im Vorfeld weitgehend die Waage: Oldschool-Fans befürchteten durch den Verlust des einzigen Fulltime-Gitarristen der Band und die im Umlauf befindlichen Kooperations-Kandidaten wie Norman Cook oder Neptunes eine vollständige Abkehr von den Indiepop-Roots. Die Befürchtungen, Albarn könnte seine Faszination für HipHop (Gorillaz), Reggae bzw. Dub (Spacemonkeyz vs. Gorillaz) und Weltmusik (Mali Music) nun auch mit seinem Ur-Ensemble ausleben, resultierten je nach musikalischer Aufgeschlossenheit in teilweise hysterischen Best- und Worst-Case-Szenarien. Wenig Mut auf ein gutes Resultat machte dagegen die einzig neue Komposition auf ihrer 2000er-\"Best Of\"-Compilation, die Single \"Music Is My Radar\". Der dröge Endlos-Groover lies eine große Spielfreude der Musiker erkennen, ohne sich aber dem Verdacht auszusetzen, etwaigen Musikliebhabern auf Teufel komm raus gefallen zu wollen.
Im Mai wird \"Think Tank\" nun zur allgemeinen Begutachtung freigegeben. Ein Album, mit dem Blur erstmals seit den seligen Tages des Britpop-Booms die Großchance erhalten, neben ihrem treuen Stammklientel (das verlässlich für eine maximale Platzierung in der ersten Chartwoche sorgen wird) ein weit größeres, vielfältigeren Hörgewohnheiten ausgesetztes Publikum zu erreichen. Und genau in dieser Situation zahlen sich zwei Charaktereigenschaften der Band aus: Denn neben ihrem unzweifelhaften Talent für kompakte Catchiness, das in den vergangenen zwölf Jahren unzerstörbare Pop-Evergreens wie \"The Universal\", \"To The End\" oder \"__________\" (bitte nach Lust und Laune selbst eintragen) hervorbrachte, zeichnet Blur sowohl ein hartnäckiger Wunsch nach Innovation als auch der eiserne Wille zu kommerziellem Erfolg aus.
Mit welcher Souveränität den Herren James, Rowntree und Albarn auf \"Think Tank\" dieser - drei Euro ins Phrasenschwein - Drahtseilakt gelingt, ist schlicht atemberaubend. Juvenil-rabaukige Riff-Salven wie \"We've Got A File On You\" oder \"Crazy Beat\" stehen funky Soundbasteleien (\"Jets\") mit Jamsession-Flair (\"Moroccan People's Revolutionary Bowls Club\") und inspirierte Sofort-Pop-Klassiker gegenüber, die kundenfreundlich mit Titeln wie \"Good Song\" oder \"Sweet Song\" gekennzeichnet wurden. \"Think Tank\" umgibt eine Aura rätselhafter und unerklärlicher Vielschichtigkeit, funktioniert aber gleichsam als massentaugliches Pop-Meisterwerk für coole Jungs und Mädels, die Bescheid wissen. Analog dazu Alex James' Analyse des Albumtitels: \"Es ist ein Name, der viele Dinge vereint. Ich persönlich mag vor allem die Vorstellung, wie die Franzosen ihn aussprechen werden: 'Tink-Tank'\" ... Wow.
Interview
Davon ausgehend, dass Blur schon immer eine Band mit einer ganz klaren Vorstellung von der eigenen Musik waren, fragt man sich: Was macht ihr als Allererstes, wenn ihr für ein neues Album zusammenkommt?
Alex: Wir sagten: \"Where the fuck is Graham?\"
Wie bitte?
Alex: Wir sagten: \"Wo zum Henker steckt Graham?\" Und dann haben wir angefangen ... Es ist einfach, im Nachhinein eine klare Vorstellung von der eigenen Musik zu haben, aber in der jetzigen Phase gibt es keinen, der sagen kann, was diese Platte genau ausmacht. Außer, dass sie sophisticated und erwachsen ist - vom Sound, von den Texten und von den Rhythmen her fortgeschrittener als alles, was wir je gemacht haben. Aber was das letztendlich bedeutet, kann dir zum jetzigen Zeitpunkt keiner von uns sagen.
Wie kann man sich \"anfangen\" vorstellen? Ihr nehmt eure Instrumente und spielt los?
Dave: Ich glaube, es ist ein grundsätzliches Missverständnis, wenn man glaubt, dass wir jemals eine präzise Vision unserer Musik hatten.
Das ist das Image, das Blur verkörpern.
Dave: Das ist ein Image, das wir in den letzten Jahren genährt haben. Jetzt wollen wir mit diesem Mythos aufräumen. Du kannst Musik nicht mit einer \"klaren Vision\" machen. Das ist nicht kreativ.
Alex: Erst neulich sagte ein Wissenschaftler zu mir: \"Du wirst nie vorausahnen, was du entdecken wirst. Das würde dich nur behindern.\" Wir haben in den vergangenen 14 Jahren gelernt, dass hinter dem Entstehungsprozess kein göttliches Geheimnis steckt. Du musst nicht auf eine Muse warten, die dich küsst, während du träumst, und dich mit rätselhafter Inspiration erfüllt. Es geht vielmehr darum, morgens aus dem Bett zu kommen und ins Studio zu gehen und dort hart zu arbeiten. Und je mehr man arbeitet, desto besser wird es.
Wessen Idee war es, nach Marokko zu gehen und das Album dort fertig zu stellen?
Alex: Wir alle hatten das Gefühl, es wäre gut, uns aus unserem normalen Leben auszuklinken. Man muss sich ab und zu selbst befreien, um wirklich gute Musik zu machen, frei machen vom Abwaschen und Wäsche-Waschen. Das ist auch der Grund, warum so viele Bands auf Tour durchdrehen: Weil man losgelöst ist von den Anforderungen des Alltags. Man muss sich keine Gedanken übers Einkaufen oder Putzen machen - du bist plötzlich ein \"aristocratic gentleman of leisure\" und kannst dich darauf konzentrieren, Krach zu machen und daran zu erfreuen.
Ihr habt zum ersten Mal mehrere Produzenten verwendet.
Alex: Nicht wirklich. Wir hatten einige Produzenten als Berater, aber alles entstand unter der Regie von Ben Hillier. Man fragt sich zwar ständig: \"Was könnte dieser oder jener beitragen?\" Die Dust Brothers oder so. Und weil das Album ein ganzes Jahr in der Mache war, tat es gut, dem Aufnahmeprozess in einigen Phasen zusätzliche Energie zuzuführen. Aber abgesehen von Norman [Cook] hatten die meisten Leute nicht wirklich etwas beizutragen.
Dave: Am Anfang hatten wir Angst, dass wir nicht die Skills hätten, um das Album tatsächlich alleine fertig zu stellen. Deshalb haben wir einige Leute um Ideen und Hilfe gebeten. Wie sich herausstellte, waren wir selbst viel besser in der Lage, das zu tun, um was wir diese Leute ursprünglich gebeten hatten - abgesehen von Norman. Unsere Ängste waren völlig unbegründet. Eine sehr angenehme Überraschung.
Norman Cook. Man fragt sich, was ihr wohl in seiner Musik gehört habt, das ihr euch aneignen wolltet?
Dave: Wir wollten nicht seine Musik. Wir wollten seine musikalischen Fähigkeiten. Norman kam mit einem Haufen Ideen und dem Willen an, alles in die Tonne zu kloppen. Und das war genau das, was bei einigen Tracks nötig war. Norman sagte: \"Scheiß drauf, was ihr bis jetzt gemacht habt! Wir fangen noch mal von vorne an! Setz dich ans Schlagzeug!!!\" Genau das haben wir gebraucht. Es ist falsch, davon auszugehen, dass wir uns Elemente von Normans Musik aneignen, dass wir ein Fatboy-Slim-Album machen wollten. Tatsächlich wollten wir lediglich seinen Enthusiasmus. Wir sind die Musiker. Norman hat auf dieser Platte nicht als Musiker mitgewirkt.
Wie lange kennt ihr Norman schon?Dave: Wir kennen ihn seit Jahren.
Alex: Ehrlich? Ich dachte, wir hätten ihn noch nie vorher getroffen.
Dave: Doch. Wir kennen ihn bereits seit seiner Zeit bei Beats International.
Alex: Ach ja?
Also seit Anfang der Neunziger.
Alex: Ich habe ihn bestimmt mal getroffen, als er irgendwo aufgelegt hat, als ich druff war und er druff war ... Aber er ist auf jeden Fall jemand, mit dem man jede Menge gemeinsame Erfahrungen teilt. Das ist, wie wenn sich zwei Klempner treffen. Die haben sich dann auch sofort jede Menge zu erzählen. Norman war Bassist, ich bin Bassist. Wir wissen, was abgeht.
Worauf habt ihr die meiste Zeit während der Aufnahmen verwendet?
Alex: Auf den scheiß Gesang! Die letzten zehn Prozent des Songs kosten dich neunzig Prozent deiner Zeit. Es ist viel schwieriger, Dinge zu Ende zu bringen als anzufangen.
Habt ihr bei den Aufnahmen bei null angefangen, oder hatte jemand von euch Demos gemacht?
Dave: Damon hatte ein paar.
Alex: Das waren eigentlich nur starting points. Man sitzt ja schließlich nicht rum und weiß dabei nicht, was man tun soll. Diese Demos waren eigentlich nur \"Icebreakers\".
Dave: Das ist wie mit der weißen Leinwand. Damons Demos - wenn man sie überhaupt so nennen kann - waren so etwas wie ein erster Pinselstrich mittendurch.
Habt ihr das Gefühl, irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen?
Alex: Wir haben unsere Musik zum Mars geschickt. Ich weiß wirklich nicht, wie wir das noch überbieten können.
Dave: Das wird knifflig.
Habt ihr die \"Beagle2\"-Marsexpedition-Flugblätter für die Musikjournalisten ausgelegt? Erwartet ihr, dass die sich damit auseinander setzen, oder ist das nur ein Gag?
Dave: Diese Sache ist ganz bestimmt kein Witz! Ich glaube eben daran, dass sich Leute für mehr als eine Sache interessieren. Es geht darum, dass Menschen davon erfahren. Das Aufregende für uns ist, dass diese Sache tatsächlich stattfindet. Die \"Beagle2\" wird nächste Woche an die ESA [European Space Agency] ausgeliefert.
Würdet ihr zustimmen, wenn man \"Think Tank\" als \"mutig\" beschreibt?
Dave: Es wäre enttäuschend, wenn man es als \"ängstlich\" bezeichnen würde. Normalerweise benutzen Leute den Begriff \"mutig\" als Euphemismus für \"kommerziellen Selbstmord\".
Alex: Mutig wie ein Kamikaze-Pilot - quasi mit der Bedeutung \"dumm\". Ich würde eher \"sophisticated\" sagen. Mutig ist sehr negativ behaftet, \"kühn\" würde mir gefallen. Oder \"verwegen\".
Dave: Ich finde, es ist unser zugänglichstes Album überhaupt. Andererseits ist das auch wieder mutig, ein solch zugängliches Album zu machen, wenn die Leute von uns erwarten, dass wir immer seltsamer werden.
Beim Verfolgen der News der letzten Monate hatte man das Gefühl, dass das Album umtost von allerlei Spannungen entstanden ist. Braucht ihr das, um arbeiten zu können?
Alex: Es muss zwischen den Anwesenden schon eine Art Anspannung herrschen. Obwohl dieses Wort einen sehr negativen Beigeschmack hat. Ich würde es wohl eher \"Chemie\" nennen.
Dave: Oder meinst du jetzt Graham?
Nicht ausschließlich. Wenn man in den letzten Monaten die Meldungen auf nme.com usw. verfolgt hat, musste man den Eindruck bekommen, bei euch sei ziemlich was los.
Dave: In den letzten Jahren haben wir dem NME keine Interviews mehr gegeben.
Diese Meldungen landen allerdings überall, v. a. in den Nachrichten der deutschen Musikfernsehsender und in Zeitschriften.
Alex: Ich habe mittlerweile sogar Probleme, meine eigene Mutter davon zu überzeugen, wenn irgendwelche falschen Sachen vermeldet werden. Ich sage zu ihr: \"So, wie es wirklich ist, steht auf unserer Website.\" Es ist eben diese Macht der Massenmedien.
Wenn's im Studio keine Anspannungen gab: fein. Anhand der News konnte man - wie gesagt - einen anderen Eindruck gewinnen.
Alex: An manchen Tagen nerven die beiden ganz schön, das kann ich dir sagen. Aber alles in allem waren dies die reibungslosesten Aufnahmen, die wir je hatten.
Dave: Absolut. Es war das erste Album, bei dem ich Spaß hatte. Ich spiele lieber live.
Welchen Status hat der neue Gitarrist Simon Tong?
Dave: Wir haben kein neues Blur-Mitglied gesucht. Wir benötigten jemanden für die bevorstehenden Konzerte.
Alex: Wir brauchen fünf Leute, um Graham zu ersetzen: einen Gitarristen, Backgroundsänger, einen Percussionisten.
Dave: Das ist Grahams Vermächtnis: \"Ihr braucht fünf Leute, um mich zu ersetzen.\"
Alex, wie sind die Reaktionen auf dein Online-Tagebuch?
Alex: Ziemlich gut. Es ist großartig, wenn die Leute durch unsere Website erfahren können, was tatsächlich vor sich geht. Die Presse hat dann begonnen, meine Texte zu lesen, und wenn ich irgendetwas Böses über jemanden schreibe, steht es am nächsten Tag in der Sun. Mit diesem Tagebuch unterbinden wir den ganzen Mist: Wenn wir irgendetwas zu sagen haben, teilen wir es mit. Das ist einer der Gründe, warum das Internet großartig ist. Es ist \"straight from the heart, straight to the heart\", ohne Wischiwaschi.
Apropos Internet: Wie ist euer Verhältnis zu Musikpiraterie im Netz?
Alex: Unser Manager hat immer eine Flasche Mineralwasser auf seinem Schreibtisch, weil ihn das daran erinnert, wie Leute irrsinnig viel Geld für etwas ausgeben, das sie auch umsonst haben können. So wird es auch mit Musik sein. Ich habe mir als Kind Kassetten mit Musik aus dem Radio aufgenommen. Aber mir war es immer lieber, die Platte zu besitzen.
Dave: Das Zu-Hause-Kopieren hat geholfen, Musik einem weit größeren Publikum näher zu bringen, als es mit Marketing jemals möglich gewesen wäre. Ohne das wären Bands wie Genesis oder Yes jämmerlich zu Grunde gegangen, ihre Musik wurde nicht im Radio gespielt. Das einzige \"Marketing-Tool\", das solche Bands hatten, waren die Tapes, die sich verbreiteten. Plattenfirmen schauen heute auf die Statistik und sagen: \"Schaut, die Verkäufe gehen derart abwärts und die MP3-Downloads und Verkaufszahlen für bespielbare CDs steil nach oben.\" Also zählen sie einfach eins und eins zusammen.
Du bist also der Meinung, dass da kein Zusammenhang besteht?
Dave: Die Leute, die komplette Alben aus dem Internet herunterladen und CDs kopieren, sind doch diejenigen, die sich sowieso keine Platten gekauft hätten. Alle Untersuchungen - hier und in den USA - besagen, dass die Leute, die sich MP3s von Songs runterladen, mehr Platten kaufen als je zuvor. Im Großen und Ganzen bin ich also sehr dafür. Ladet MP3s von unserer Site - ich möchte, dass so viele Menschen unsere Musik hören wie nur irgend möglich.
(Parlophone / Emi / Capitol Music)Artikel kommentieren
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Kommentare
Artikel kommentieren [5]- Mehr Forumsdiskussionen
Mas 17.04.2003 | 19:49:46
”Thank you very many.“
Hat das abgebildete Motiv oben links einen Bezug zur neuen Platte oder zur Band? Oder soll das ein Stift sein in bezug auf "Review"?
Farbenspielerei 17.04.2003 | 20:23:16
Eine gute Frage, dass Plattencover ist es jedenfalls nicht. Das sieht anders aus...total mies btw.
psychonaut 17.04.2003 | 20:29:10
aus dem News-Text zu Intro #105:
"...Alle Review-Fotos dieser Ausgabe sind übrigens von unserer geschätzten Hausfotografin Claudia Rorarius. Der Ansatz: Sie sollte die Stimmung der Alben visualisieren. Das ist gelungen. Finden wir..."
Mas 17.04.2003 | 21:56:04
”Thank you very many.“
Ah, okay.
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