
Club Transmediale 2003
Russendisko
23.01.2003, 15:32, Text:
Christoph Büscher,
Christoph Büscher
Im Osten nichts Neues? Von wegen: \"Go East!\", das diesjährige Schwerpunktthema der Club Transmediale 2003, zeigt u. a., dass neue Formen elektronischer Musik sowie Medienkunst im Sound- und Clubkontext auch bei unseren östlichen Nachbarn stattfinden. Parallel zum jährlichen Medienkunst-Festival Transmediale, bei dem wie im Vorjahr im Berliner Haus der Kulturen der Welt Filme, Installationen und Theorieveranstaltungen zum Thema \"Neue Medien\" präsentiert werden, treffen sich im vor kurzen wieder eröffneten Club Maria Am Ufer (ehemals Maria Am Ostbahnhof) Soundkünstler und Video-Artists, Audio-Programmierer und Diskurs-Junkys, um grenzüberschreitende Arbeiten aus Klangforschung und Visual-Art vorzustellen.
Zur Eröffnung der Transmediale werden am 31.01.
Neben den Club-Acts werden auch die internationalen Theorie-Jockeys erwartet. Am Sonntag geht es bei einem Panel mit u. a. Diedrich Diedrichsen, Ted Gaier und Mercedes Bunz um Laptop-Politics, während am Montag z. B. David Toop, Christian Höller und der kanadische Mutek-Festivalchef Alain Mongeau unter dem Titel \"Home Electronics\" über die spannende Dynamik lokaler Szenen aus Sicht der global vernetzten Elektronikszene diskutieren werden. Weitere Pflichtveranstaltungen unter der Woche: Digital Folk mit Radian und den Staubgold-Acts Mapstation, FS Blumm und Ekkehard Ehlers, 8-Bit-Retrosounds vom polnischen Gameboy Orchestra sowie Auftritte von Pan Sonic, Scanner oder People Like Us.
Zum Abschluss der Woche gibt es dann wieder zwei größere Clubnights: Am 07.02. treffen Miss Kittin, Sieg Über Die Sonne und die holländische Creme Organisation aufeinander, während in der Maria-Lounge Monolakes Robert Henke in seiner Funktion als Software-Guru die neueste Version von \"Ableton Live\" vorstellt und später die Jungs von Schematic sowie die russischen Klutch und DJ Swop in Sachen Breaks und Krypto-Funk am Start sind. Samstag gibt die kanadische Delegation, bestehend aus Ben Nevile und Montreal-Hero Akufen, eine Audienz. Zeitgleich präsentiert Kit Clayton sein selbst programmiertes Visual-Tool \"Jitter\", das im Anschluss von Sue Constable und Antye Greye-Fuchs (Laub) im Live-Einsatz getestet wird.
Von Krisenstimmung kann hier - zumindest was inhaltliche Vielfalt und Qualität angeht - also keine Rede sein. Wer sich im Detail für das neuntägige Programm sowohl der Transmediale als auch der Club Transmediale interessiert, sollte auf jeden Fall im Netz unter www.clubtransmediale.de und www.transmediale.de ausführliche Infos einholen und am besten schon mal die erste Februarwoche frei nehmen.
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