Jimmy Eat World
klarheit über mtv
20.01.2001, 16:11, Text: Autor unbekannt
“Für unser Label waren wir nur eine von vielen Bands, die sich erst auf dem Markt zu behaupten hatte. So haben wir uns entschlossen, auf eigene Kosten in Europa zu touren. Jetzt, wo die Sache läuft, bekommen wir endlich die nötige Unterstützung, aber wir wollen nicht undankbar klingen. Wir sind froh, dass jetzt doch noch was passiert, und im Gegensatz zu Capitol meinen es EMI Europe offenbar auch in Sachen Promotion ernst.”
Die Aufnahmen für das nächste Album sind schon fertig, erscheinen wird es noch in der ersten Jahreshälfte. So gesehen kommt die späte Promotion für “Clarity” gerade recht. Ein Label für das neue Album zu finden wird nicht schwer werden.
Was auch immer “wirklich aggressiv” im Jimmy-Eat-World-Kontext heißen mag. Wo auf dem ersten Album “Static Prevails” die Harmonie noch des öfteren durch Dissonanzen von Gitarre und Gesang aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, herrscht bei “Clarity” Einklang zwischen Melodie und Melancholie. Jimmy Eat World werden auch weit in den Mainstream hinein große Wellen schlagen, wenn sie erst den Geheimtipp-Status hinter sich gelassen haben. Hymnen wie die auf dem Soundtrack des Hollywoodstreifens “Never Been Kissed” (deutsch “Ungeküsst”) vertretene Single “Lucky Denver Mint” und Songs wie “Your New Aesthetic” oder “For Me This Is Heaven” werden Unzählige neue Fans begeistern. “Der Soundtrack kam bei unserem Label Capitol raus, also fragten sie uns, ob wir dabeisein wollten. Das war cool, schließlich haben wir dadurch Drew Barrymore getroffen ... Außerdem erschien dieser Film weltweit, so konnten auch in Ländern, in denen ‘Clarity’ nicht so einfach zu haben ist, viele Menschen einen unserer Songs hören.”
Jimmy Eat World verlangen mit Recht Aufmerksamkeit, so viel wie möglich. Für kleinliche Szene-Diskussionen haben sie kein Verständnis. “Nur weil eine Band ‘underground’ ist, heißt das nicht, dass man sie mögen muss. Genauso ist eine Band auf einem Majorlabel nicht gleich schlecht. Unser Ziel ist immer gewesen, unsere Musik mit jedem zu teilen, der sie hören will. Nur weil deine Platte bei einer großen Firma erscheint, macht dich das nicht automatisch reich und berühmt. Wir haben nie große Unterstützung von unserem Label bekommen und sind gespannt, wie das jetzt mit EMI Europe laufen wird.”
In den USA läuft es für Jimmy Eat World derzeit recht gut. Immer öfter sind auch größere Clubs ausverkauft, auf MTV sind sie dagegen nicht so gut zu sprechen: “Eigentlich zeigen die kaum noch Musikclips, statt dessen laufen dumme Reality-Shows über verzogene Kids, die wegen ihrer trivialen Konflikte rumheulen. MTV spielen ohnehin nur, was schon ein Radiohit ist, und da läuft hier noch nicht viel für uns.” Das wird sich hoffentlich bald ändern.
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