Luscious Jackson

Cherub-Rock / Ikonen-Pop

20.08.1999, 12:40, Text: Autor unbekannt

Frauen, wie sie cooler nicht sein können, bauen einen geschmeidigen Planeten Pop, auf dem jeder seinen Platz finden kann und soll. Was zu einer Zeit, als sie - aus dem Dunstkreis der Beastie Boys kommend - der Pubertät entwuchsen und uns auf ihrem Debütalbum „Natural Ingredients' mit ihrer lebendigen Verquickung von HipHop-Elementen und Punk-Pop erfreuten, noch undenkbar erschien, ist nun spätestens mit „Electric Honey' Tatsache: Pop - geschliffen, anmutig, schön. Aber nur für eine Nanu-Sekunde auf dem Zeitstab der Popgeschichte. Denn Luscious Jackson wollen weiter, wollen Ikonen nicht mehr nur treffen, wollen Ikonen sein - vielleicht! Bald!
'Just A Beat ...' ist dabei ihre lapidare, glatt verallgemeinernde Kritik an Musik, die unsere Ärsche in Bewegung bringen soll und mit der sie sich dem Mainstream niemals so vollkommen ohne Berührungsängste näherten wie auf dem Opener ihres neuen Albums: „Nervous Breakthrough' - '...

a song about learning from negative experience!' - ist die stolze, jedwede Idee von Metaebene erst mal per On-Beat ad absurdum führende Hommage an Disco und Glitzer. Doch qua Sozialisation die Kombination verschiedener Strömungen im Blut, nähert man sich erfreulicherweise niemals stumpfen Eklektizismen. Luscious Jackson wissen, daß das Gelingen ihrer aktuellen Platte seinen Ursprung findet im Ansatz des letzten Albums „Fever In Fever Out'. Dazu Jill: 'Da wollten wir eine Art Live-Sound festhalten und arbeiteten mit Daniel Lanois, von dem wir eine Menge lernten, der aber auch zum ersten Mal jemand von außerhalb unseres engsten Kreises war.' Erstmals der Blick über den New Yorker Tellerrand, mündend im aktuellen Anspruch: einem Konglomerat aus Zugeständnissen an moderne Sounds - ''Electric Honey' hingegen kombiniert Loops, Computer und moderne Technologien mit einer bestimmten Art organischer Songs und Sounds. Wir haben in einer Art von ständigem Lernprozeß am Sound getüftelt. Wir lieben das 'Digital Recording System'!' -, autobiographischer Musikhistorie - 'Wenn es eine Sache gibt, die ich gelernt habe, ist es folgendes: es ist viel einfacher, traurige Songs zu schreiben' , erklärt Jill. „Auf dieser Platte versuchte ich, fröhliche Songs zu schreiben. Das forderte mich sehr heraus.' - und ständiger Weiterentwicklung.
Ihre „Homebase' nie in Frage stellend - 'Niemand in New York ist beeindruckt von irgendwas!' so Drummerin Kate Schellenbach -, legen Luscious Jackson mit Unterstützung von Debbie Harry, Country-Ikone Emmylou Harris und Petra Haden von That Dog ein Album vor, das sie zu geradezu cherubinischen Hütern des Popkosmos’ wachsen läßt. Space Divas are doin’ it! 'Hinwegsetzen über Selbstlimitierungen!' Hätte ich ihre Telefonnummern, ich riefe jeden Tag an. So verschönere ich mir den Sommer mit „Electric Honey'.



Artikel kommentieren
aus Intro #67 (September 1999)
 
  • Mehr Infos

  •  
Alle Artikel von Autor unbekannt
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 
Anzeige
 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Gruppen


tidbitibdit

tidbitibdit

lampenschirm aus müllsack & pappe von pizza

» Mehr Gruppen