Spain

Cash mir if you can

14.06.1999, 17:01, Text: Autor unbekannt

Also erst mal die Dinge ins rechte Licht rücken: 'Mir fällt beim besten Willen kein anderer Songwriter ein, dem ich ein solches Maß an Respekt entgegenbringe wie Willie Nelson', gesteht Haden jr., Gentleman-Rocker mit Polit-Punk-Vergangenheit. 'Seine Musik basiert auf relativ simplen, gleichzeitig jedoch komplexen Mustern, die auf ihre eigene Art unübertroffen sind. So sehr ich mich auch bemühe - schätze, ich werde wohl nie in der Lage sein, einen solchen Song zu schreiben ...!'
Hört, hört - dabei rennen ihm seit Release des ‘95er-Albums 'The Blue Moods Of Spain' Celebrities aus Rock, Pop & Nashville die Tür ein, um Stücke aus seiner Feder interpretieren zu dürfen.

Kein Geringerer als Schlabberbacke Johnny 'The Man In Black' Cash war es, der Hadens 'Spiritual' für sein gefeiertes Comeback-Album haben wollte, um den besinnlichen Zeitlupen-Walzer mit prominenter Unterstützung in seiner unnachahmlich knorrig-sonoren Art zu intonieren. Peppers-Suppenkasper Flea, ebenfalls bei den Aufnahmen zugegen, zeigte sich von dem zugrundeliegenden Material ebenfalls schwer 'impressed' und schaffte es kürzlich doch glatt, die Herren Kiedis & Co. während eines lokalen Gigs in L.A. zu einer spontan einberaumten Live-Umsetzung des besagten Tracks zu animieren.
Urheber Haden staunt derweil immer noch Bauklötze ob der ihm zuteil werdenden Aufmerksamkeit, um sein Hauptaugenmerk dann aber doch wieder lieber auf den nächsten Punkt der Tagesordnung - Spains langerwartetes Nachfolgewerk 'She Haunts My Dreams' - zu richten: 'Ich glaube, der Unterschied zwischen den beiden Alben dürfte der sein, daß die Band in den letzten vier Jahren definitiv zusammengewachsen ist und sich deutlich in eine ganz bestimmte Richtung entwickelt hat. Was das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Musikern angeht, so gibt es mittlerweile ein paar Regeln, die konsequent eingehalten werden, wie z. B. keine verzerrten Gitarren, minimale Soli, verhaltenes Schlagzeugspiel und - von Liveauftritten mal abgesehen - keine übermäßige Improvisation. Unsere Musik erfordert zweifellos ein enormes Maß an Beherrschung, da sie von Natur aus sehr subtil und langsam geartet ist - gegenseitiges ‘Overplaying’ wäre da tödlich ...!'
Apropos tödlich: zu Grabe getragen haben Spain derweil auch ihre zeitweilig notorische Affinität zu Anzug und Krawatte. Mächtig schick zwar, aber letztendlich doch zu teuer, und außerdem schwitzt man derart gewandet in einschlägigen Club-Circuits bereits nach kürzester Zeit wie ein Pferd. 'That’s more like it', würde Ol’ Willie wohl sagen ...



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aus Intro #66 (Juli / August 1999)
 
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