Third Eye Foundation

Always Wear Your Sampler

04.01.1999, 14:04, Text: Autor unbekannt

Das sagt jemand, der von sich behauptet, mit normaler Musik nicht viel anfangen zu können, der lieber dem Straßenverkehr als einer schlechten Platte lauscht: \"Wahrscheinlich bin ich wirklich etwas extrem, was Musik angeht. Es gibt nur wenige Sachen, die ich mir anhöre. Früher war das u. a. auch HipHop und Jungle, aber dann habe ich angefangen, mich für moderne Klassik und fernöstliche Traditionen zu interessieren. Vor allem türkische und ägyptische Musik und dann vor allem diese massiven, schweren Requiems wie die von Arvo Pärt.\"
Dabei war Matt mal Schlagzeuger der Urformation von Flying Saucer Attack. Daß er daher auch bei Third Eye Foundation viel mit Feedbacks, Loops und Noise in der Nachfolge von My Bloody Valentine arbeitet, ändert nichts an dem sehr konkreten Bezug auf Exotisches und Sakrales, zu morbiden Rhythmen und Sample-basierter \"musique concrète\".

Das neue Album \"You Guys Kill Me\" ist auch so eine grimmige Fusion aus Industrial-Fetzen, zusammengehalten durch ein tiefes, mystisches Dub-Verständnis und verdichtet zu einem düsteren Abgesang auf das Jahrtausend. Matts eigene, liebevoll zusammengestellte Sammlung exotischer Hörner und Flöten gibt dem Ganzen den letzten östlich-sakralen Anstrich. Man denkt an Geheimgesellschaften und außerirdische Technologien, womit die Third Eye Foundation einen ähnlich apokalyptischen Hintergrund beackert wie das New Yorker Illbient-Label \"Wordsound\": \"Ich nähere mich der Musik wahrscheinlich mit der gleichen Geisteshaltung. Für mich ist gute Musik auch immer religiös, und das finde ich besonders in der östlichen Musik. Daß das Ganze bei mir dann so düster klingt, liegt wohl auch daran, daß ich ein eher pessimistischer Mensch bin. Außerdem geht es mir bei den Aufnahmen meist sehr schlecht. Ich habe tagelang nicht richtig gegessen und geschlafen, mich eingeschlossen und Tonnen von Gras geraucht. Aber ich arbeite daran, und meine Freunde sagen, das neue Material sei stellenweise richtig cheesy.\" Wie bei jeder guten Religion ist da vielleicht doch noch ein Licht am Ende des Tunnels.



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aus Intro #61 (Februar 1999)
 
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