The Superjesus

Alles super?

27.06.1998, 16:01, Text: Autor unbekannt

Ihr Debüt 'Sumo' weiß, wohin es will - und das auf geradem Weg. Eine Qualität, die in der Vergangenheit die eine oder andere Band von 'down under' ausgezeichnet hat. Keine Extravaganzen oder Abseitigkeiten. Rockiger kann man Popmusik kaum inszenieren. Mit mehr Popappeal kann Gitarrendominanz nicht durchsetzt sein. Jedoch dieses weite Feld zwischen Rock und Pop, Rotz und Protz mit einem eigenständigen Profil zu besetzen ist keine leicht Aufgabe. Alles Wichtige scheint schon lange gesagt. Während das von Matt Serlectic produzierte Album durch den auf Hochglanz polierten Sound noch leise Zweifel an der Rock-Credibility aufkommen läßt, überzeugt live ein derart massiver Sound, daß die fashion police ihren Einsatz getrost abblasen darf.

THE SUPERJESUS rocken, jawohl. Was ganzen Blues-Generationen nach ROBERT JOHNSON als selbstverständlich galt, legen Chris Tennent und Sarah McLeod an den Gitarren nochmals neu auf: das Spiel mit open tunings. Was also keineswegs neuartig ist, wurde in der Welt der Stromgitarren selten so ausgereizt. Zwar gehört das Wechseln der Gitarren damit zum ständigen Ritual einer Live-Performance, doch setzt diese Technik eine oszillierende Palette von Obertönen frei. Stuart Rudd am Bass ist sich für profane Rhythmusarbeit zu schade und läßt sein Instrument zur dritten Gitarre avancieren. Aus diesen Detailarbeiten resultiert ein Klangkörper, der wuchtig und transparent zugleich erscheint. Das Juwel der Band jedoch ist Sängerin Sarah. Die bescheidene Person wird auf der Bühne zum Energiebündel. Sie hat es nicht nötig, sich als verdrogte Rockschlampe zu stilisieren. Ihre engagierte Ausdruckskraft droht nicht das hysterische Pathos einer Dolores O'Riordan zu erreichen, welches die CRANBERRIES unerträglich macht. 'Mir gefällt die Idee, einen femininen Aspekt beizusteuern. Als Gegengewicht zu dieser Art Testosteron-Rock. Das balanciert die ganze Sache etwas aus.' In dieser Balance liegt der Reiz von THE SUPERJESUS.



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aus Intro #56 (Juli / August 1998)
 
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