John Forte

Muttern ist der beste HipHop

17.06.1998, 14:40, Text: Autor unbekannt

'Knowledge of your family and steppin' to your B.I.
You see I stay on top of shit like a fly
My niggas reach when they got beef
Then jet down to South Beach
Yo mouthpiece is yappin'
I hear it in your rap and
My family is thick so that bullshit could never happen'
(JOHN FORTE in 'Family Business' vom FUGEES-Album 'The Score').

'Mein Rap kommt cool / wie der von JOHN FORTE!' (5 STERNE DELUXE auf 'Dein Herz Schlägt Schneller').


Seinen ersten Reim im Alter von acht Jahren niederschreibend, erkannte JOHN schon früh seinen Traumjob: 'Ich wußte immer, daß ich aus dem Rap-Ding eine Karriere machen wollte.
Einige von meinen früheren Freunden haben nun eigene Recorddeals und kommen gerade mit ihrem neuen Material raus: Typen wie KWELI und MOS DEF hab' ich schon gekannt, als ich 15, 16 Jahre alt war.' Angesichts seines ehemaligen Jobs als A&R beim damals noch jungen 'Rawkus'-Label darf deren heutige Labelheimat nicht unbedingt als zufällig angesehen werden. 'Dann hab' ich LAURYN getroffen, die mich darin unterstützt hat, an meine Fähigkeiten als Künstler zu glauben.' Gastauftritte auf 'The Score' (FUGEES) und 'The Carnival' (WYCLEF) waren die Folge. Wie definiert JOHN sein Dasein als Refugee (Flüchtling)? 'Ich glaube, jeder Mensch ist in seinem Leben ein Refugee. Refugee zu sein bedeutet schließlich, daß du dich entfremdet fühlst. Es geht darum, ein Outcast zu sein, nicht akzeptiert zu werden und stetig den Kampf ums Überleben zu führen.' Ob im Video zu 'We Trying To Stay Alive' oder jüngst im Remix-Edit zu 'Gone Till November' - dieser junge Mann aus dem New Yorker Distrikt Brooklyn gibt nicht nur ein gutes Bild ab, er besitzt auch Visionen, den HipHop-Flava innerhalb des Refugee Camps auf einen völlig neuen Street-Level zu heben. Der Absolvent der renommierten Bostoner 'Philip Exeter Academy' hat ein Ziel: Seine Album-Dissertation 'Poly Sci' soll als Grundlage zur Völkerverständigung dienen. 'Obwohl wir vielleicht zwei völlig unterschiedliche Backgrounds besitzen, zwei verschiedenen Rassen entstammen, können wir hierüber eine Beziehung aufbauen oder auch Debatten führen. Dieses Album soll den Leuten auf der ganzen Welt als Grundlage dienen, sich zu verständigen und auszutauschen.'
Dabei bewegt sich FORTE mit seinem Album ebenso nah an der Realität, wie ihm WU-TANGsche Verschwörungstheorien fremd sind: 'Ich beschreibe lieber, was abgeht, und liefere dazu die Beweise. Ich spreche darüber, was ich gesehen und erlebt habe, und über den Mindstate, in dem ich mich momentan befinde. Ich möchte den Leuten nicht nur Dinge vorwerfen und dann glauben, daß sie mir das alles nur um meiner selbst willen abnehmen. Ich möchte das Ganze mit Fakten untermauern!' Auch seine mit NENAs '99 Luftballons' operierende Debütsingle sieht er nicht im Kontext der gängigen (PUFF DADDYschen) Cover-Klischees: 'Diese billige Art zu covern würde für mich gar keinen Sinn machen! Wir haben die Melodie genommen, mit der NENA die Hook gesungen hat, und ich habe neue Worte dazu verfaßt. Es klang plötzlich fresh und wie eine neue Platte.' Überraschung auch bei der Frage nach JOHN FORTEs (musikalischem) Haupteinfluß: 'Meine Mutter. Sie hat den größten Einfluß auf das, was ich tue. Dabei hat sie nicht wirklich eine musikalische Ader, aber jedesmal, wenn sie zu mir spricht, ist sie so unglaublich weise! Durch ihre Unterstützung hat sie mich in meiner Karriere dahin gebracht, wo ich heute bin. Sie ist eine great spiritual wise woman! Sie ist Klassische Musik, sie ist Motown, sie ist ... HipHop!' schwärmt der sichtlich stolze Sohnemann der alleinerziehenden Mutter. Aus diesem sehr familiären Blickwinkel heraus erklärt sich auch sein Lebensmotto 'Teach The Babies': 'Fang' zu Hause an! Es ist so wichtig, daß die Eltern und die großen Geschwister für die Kinder da sind. Nichts auf dieser Welt ist garantiert, deshalb dürfen wir die Babies nicht sich selbst überlassen. Wir müssen sie über 'Peace, Love & Happiness' unterrichten!'



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aus Intro #56 (Juli / August 1998)
 
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