Core

La tranquilité du fin de siècle

14.06.1998, 14:42, Text: Autor unbekannt

Ich denke, wir leben in einer Zeit, wo wir realisiert haben, daß die Hast der 80er und frühen 90er vorbei ist, und eingesehen haben, daß uns das kopflose Verfolgen von materiellen Zielen auch nicht weiterbringt. Es geht auf das nächste Jahrtausend zu, da kann man sich schon mal zurücklehnen und alles positiv betrachten. Deswegen strahlt unsere Musik auch etwas Positives aus.' Tatsächlich gelingt CORE auf 'Hold Your Breath' eine interessante Melange aus Versatzstückchen, was selbstverständlich nicht zu einer Neuerfindung von Popmusik, aber immerhin zu einer Art eigenem Stil führt: 'Wir spielen nicht in einem Vakuum', stimmt Sonia zu, 'jeder hat seine Vorlieben, die er einbringt.

Aber es gibt in der Popmusik weniger Regeln, du bist freier und kannst alles ausprobieren. So haben wir verschiedene Instrumente - von der Mandoline über die Melodica bis zum Sitar - eingesetzt und diesmal auch Streicher. Das war interessant, weil die von der klassischen Seite kamen und neue Impulse hinzufügten.' Gerade die poppigen Stücke mit ihren knackigen Beats, druckvollen Riffs und hymnischen Melodien (die nett mit Sonias piepsiger Stimme kontrastieren) machen die Musik interessant. Daneben können CORE aber auch ganz schön abrocken, was heutzutage jedoch eher Live-Auftritten (z. B. auf dem BIZARRE-Festival) vorbehalten bleibt. Sonia träumt davon, eine Akustik-Platte mit exotischer Percussion aufzunehmen. Wäre schön, wenn in der Welt des durchorganisierten Rockbiz für solche Spinnereien tatsächlich mal Platz wäre.



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aus Intro #56 (Juli / August 1998)
 
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