Dobie
Man behind the desk
05.06.1998, 11:19, Text: Autor unbekannt
Im Laufe der Jahre folgten Auftragsarbeiten, Kollaborationen und Remixe für und mit BJÖRK, MASSIVE ATTACK, NENEH CHERRY, BOO-YAA TRIBE, INCOGNITO, SALT'N'PEPA und WARREN G - um nur einige zu nennen. Innerhalb von fünfzehn Jahren hat DOBIE es geschafft, mit einem Großteil der Poplandschaft verbandelt zu sein.
Natürlich hat er in all der Zeit auch an Solo-Projekten gearbeitet, sie über die Jahre verfeinert. Und deshalb ist jetzt endlich - nach einigen 12'-Veröffentlichungen - auf HOWIE B.s Hipster-Label 'Pussyfoot' sein Debüt-Album 'The Sound Of One Hand Clapping' erschienen. Ein uniques hiphoppiges Album, für dessen einzelne Tracks sich DOBIE verschiedene Vokalisten - u.
Kommunikation ist der Nährboden für Kreativität, was sind also die neuen Big Shots? 'Es gibt Tonnen von coolen Sachen. 'Ronin Records' ist ein sehr, sehr gutes Label - they push it. BLACK TWANG sind massiv, und LEWIS PARKER, und letztens habe ich zwei Mädels gesehen, die mich wirklich umgehauen haben: MEDLEY & STORM. Checkt das aus, London-HipHop ist frischer denn je.' Das gilt auch für die alten DOBIE-Kumpels LONDON POSSE, deren Hauptrapper Rodney P. ebenfalls einen Track auf 'The Sound Of One Hand Clapping' beigesteuert hat. 'LONDON POSSE bringen ein neues Album auf TRICKYs Label raus, und Rodney ist mein Mann. Ich produziere Tracks für die Jungs seit dem ersten Tag. Das ist meine Familie, zusammen mit DJ Bizznizz und DJ Pogo haben wir die Instrumentals für die LONDON POSSE gemacht. Mittlerweile sind Bizznizz und Pogo die festen Tour-DJs von COURTNEY PINE, und wir helfen Rodney und Donnie so gut, wie es die Zeit erlaubt.' Warum veröffentlicht ein HipHop-Head wie DOBIE eigentlich auf 'Pussyfoot'? 'HOWIE B. und Nick sind wirklich cool mit 'Pussyfoot'. Sie lassen den Künstlern jegliche Freiheit, es gibt keinen Labelsound und keine Vorgaben. Sie tragen das finanzielle Risiko, der Künstler das kreative. 'Pussyfoot' ist zu 100% ein Artist-Label.'
Und kann sich der Mann hinter den Reglern vorstellen, auch live präsent zu sein? 'Haha, good quote. Es ist schon eigenartig, wenn man die ganze Zeit 'imagelos' einfach nur Musik produziert hat und jetzt auf einmal Interviews geben soll und das eigene Gesicht vermarktet wird. Man muß diesbezüglich ebenso einen eigenen Weg finden wie in der Musik. Eine Live-Umsetzung von Studioprojekten ist sehr schwierig, da sie oftmals halbfertig wirken und nicht so gut sind. Vielleicht machen wir eine große One-Off-Show in London mit allen Vokalisten vom Album.' Was sicherlich eine gelungene Sache wäre. Bis dahin sollte man fleißig das Album hören.
Wickedman
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Real New Wave Party
---HIGHHOLYDISCOMASS comes to town---
Dass Punk und Disco weit mehr verbindet, als nur der Zeitpunkt ihres Entstehens, steht außer Frage. Wem Punk mehr bedeutet als tote Hose und für wen Disco alles andere als ein Schimpfwort ist, der weiß um die Schnittmenge dieser beiden Musikstile, die gleichzeitig beide auch Lebensgefühl waren und sind. Wunderbar beschrieben hat das gerade der englische „NME“ in einer Rezension zu Gossips neuem Album „Music for Men“. “Teenage Jesus and the Jerks crashing Studio 54“, so der Rezensent, vor dessen geistigem Auge beim Genuss von „Music for Men“ die genialen New Yorker No Wave-Dilettanten die wohl bekannteste Disco der Welt aufmischen.
Und auch Gossips dralle Gallionsfigur Beth Ditto selbst, eine Punk-Ikone des 21. Jahrhunderts, bringt es auf den Punkt sprich auf die Tanzfläche, wenn sie „For Keeps“ so erklärt: „I wanted it to be the ‚Don’t You Want Me’ of this record“. „Don’t You Want Me“ war bekanntlich der größte Dancefloor-Filler der Electro-Pioniere Human League.
Auch Arte erinnert sich gerade an die Zeit, als „Don’t You Want Me’ aus jeden Punkschuppen schallte und zu Nummer 25 der meistverkauften Singles aller Zeiten im UK wurde. So propagiert der TV-Sender den „Summer of the 80s“ und unternimmt eine Zeitreise in das Jahrzehnt, das uns Joy Division und New Order bescherte, Style Council und Prince, Duran Duran und Chic.
Grund genug für „HighHolyDiscoMass“. „HighHolyDiscoMass“ (übrigens ein Songtitel der ebenso wie Human League aus Sheffield stammenden Industrial-Avantgardisten Clock DVA) bittet nun mit Bands wie Cabaret Voltaire, Heaven 17, Shriekback, 400 Blows oder Gang of Four (just to name a few) einerseits die Creme de la Creme der 80er Jahre und der damaligen Post-Punk-Ära zum Tanz und schlägt andererseits mit neuen Helden wie Junior Boys, MGMT, Hercules and Love Affair oder White Lies (again just to name a few) die Brücke auf den Tanzboden des dritten Jahrtausends. Da bleibt dann mit David Bowie nur noch eins zu sagen: „Let’s dance!“




