SALARYMAN

Don't Go Back To Rockville

08.09.1997, 16:49, Text: Autor unbekannt

Rose von den Kraut-Post-Rock-Hoppern SALARYMAN ruft vorwurfsvoll: \"Hey, wie hast du das herausbekommen?\" Ich habe sie nämlich gerade auf ihre andere Band, die POSTER CHILDREN, angesprochen. \"Das soll doch niemand wissen, daß SALARYMAN auch noch eine andere Band sind!\" Denn die Musik des Quartetts soll für sich sprechen und eben nicht auf die POSTER CHILDREN verweisen, die nach einer glorreichen Platte für \"Creation\" inzwischen zu den etabliertesten Alternative-Acts in den USA zählen und übrigens in Kürze eine neue LP veröffentlichen werden.
Und richtig, das Debütalbum von SALARYMAN, das zum Amüsement der Plattenfirma schon mit KILLING JOKE und TORTOISE verglichen wurde, spielt mit technoiden Versatzstücken genauso gerne wie mit angestaubten Krautrock-Elementen.

Es ist keine wirklich strukturierte Musik, zumindest nicht im traditionellen Sinne. Obwohl man sich als echte Liveband versteht (\"vier Leute mit schwitzendem Drummer und so\"), entstand das Album ganz unkompliziert im - mit Technik vollgestopften - Wohnzimmer: \"Wir sind völlig von der Technik abhängig. Unser ganzes Haus ist voll von Computern, und wir haben ganz viele Fernseher!\"
Wichtig ist es Rick und Rose, die zwei Bands strikt zu trennen und eben nicht, wie beispielsweise U2 oder BOWIE, elektronische Elemente in ihre ursprüngliche Musik einfließen zu lassen. Beide Projekte sollen in ihren \"eigenen Universen\" existieren. \"Zwischen ihnen gibt es keine Konkurrenz - klar, es gibt ein paar Hardcore-Fans, die beide Bands mögen, aber eigentlich haben sie ein grundverschiedenes Publikum.\"
Auch wenn Botschaften für gewöhnlich via Sprache vermittelt werden, ist es falsch, der Instrumental-Band vorzuwerfen, keine solche zu haben: \"Du mußt alle Noten in den einzelnen Songs aufschreiben und dann aneinanderreihen, um die Message zu entziffern\", lacht Rick. Gesang hin oder her, SALARYMAN dürfen sich bereits jetzt \"KRAFTWERK des Postrock\" schimpfen. Und auch ihre Uniformen (weiße Hemden und Krawatte) kommen denen der Düsseldorfer Kultband schon recht nah.



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aus Intro #48 (Oktober 1997)
 
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