LEADFOOT

Salsa-Flair im Cabrio

06.09.1997, 19:45, Text: Autor unbekannt

Es rockt nicht unerheblich. Und um Gerechtigkeit walten zu lassen, darf man nicht verschweigen, daß es auch gewaltig rollt. Es reckt den ausgestreckten Mittelfinger in Richtung Trend und entzieht sich jeder Datierung: 1967, 1987 - oder sollte man doch der Cover-Aufschrift Glauben schenken, die \"Bring It On\", das erste Album von LEADFOOT, ins Jahr des Herrn 1997 datiert?
Rhythmusgitarrist Ryan Culp Barringer hat gerade ganz andere Probleme als die der musikhistorischen Einordnung seines Ensembles. Gemeinsam mit Carl Agell (voc, bis 1993 in Diensten von CORROSION OF CONFORMITY), Phil Swisher (b, vormals in derselben Kapelle), Graham Fry (git) und Jon McClain (dr) sitzt er in einem New Yorker Büro und gibt sich Mühe, im simultanen Promotion-Clash per Telefon die Ruhe zu bewahren.

\"Entschuldige, ich habe diese ganzen Idioten hier im Zimmer und verliere ab und zu mal meinen Faden. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, die Vergleiche: THE CURE meets THE BUZZCOCKS, aber nicht so heavy wie MORRISSEY.\" Doch auch afrokubanischer Ethno-Jazz, oder? \"Richtig. Das Salsa-Flair nicht zu vergessen.\" Man beliebt zu scherzen. \"Die Band geht definitiv zurück zu ein paar Wurzeln des Rock. Bands wie THIN LIZZY, AC/DC, LYNYRD SKYNYRD, BLACK SABBATH. Trotzdem finde ich nicht, daß wir wie eine Retro-Band klingen. Wir haben zwar deutliche 70s-Einflüsse, bringen die aber mit einer 90s-Attitude rüber.\" Habt ihr dabei keine Angst, in der Trendreiterei unterzugehen? \"Natürlich ist alles sehr trendorientiert hier drüben. Alternative Music ist das große Ding. Und wir sind definitiv nicht Alternative. Wir sind so Rock, wie man nur Rock sein kann. Aber ich denke, daß es noch ein Bedürfnis nach Rock gibt. Die Leute wollen immer noch schnell Auto fahren, ein bißchen rumkreischen, ein Bier zu cooler Musik trinken und Spaß haben. Und darum geht's uns: Spaß. Meiner Meinung nach gibt es schon genug traurige, verzweifelte Musik da draußen.\" Macht eine kurze Denkpause. \"Mein Gott, was erzähle ich da? Die ersten Artikel, die von uns erscheinen, und ich präsentiere uns als Band, die perfekt zum Rumfahren und Saufen geeignet ist ...\" Doch was soll's? Wo er recht hat, hat er eben recht. Aber Ihr wißt ja, Kinder: Don't drink and drive.



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aus Intro #48 (Oktober 1997)
 
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