GRANFALOON BUS

Wir fahren mit dem Kli-Kla-Klawitter-Bus

05.09.1997, 12:47, Text: Autor unbekannt

\"Nach unserer Tour durch Europa fuhren wir dort noch ein wenig in Urlaub eines der immer wiederkehrenden Themen war dieses Schild mit der Aufschrift 'Schlafwagen' in Zügen. Die Bilder vom Cover habe ich aus alten 50er Jahre Sportillustrierten, erstanden in Budapest auf einem Flohmarkt. Ich fand sie wirklich schön. Wir haben sie dann mit aktuellen Fotos von der Tour gemischt.\" Bereits hier zeigt sich Todds Spaß am Verquicken scheinbar unvereinbarer Gegensätze musikalisch wie lyrisch -, dies ein Markenzeichen der Band (deren Name von einer achtlos kreierten Bezeichnung in einem Kurt Vonnegut-Roman stammt), dem man spätestens in den Texten Todds wiederbegegnet, die erneut außergewöhnlich komplex geraten sind.

\"Es ist nicht einfach. Ich verbringe die meiste Zeit damit, an den Texten herumzufeilen. Darin liegt meine große Liebe im Leben. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, daß ich mich eher als Autor denn als Musiker sehe.\" Und wie funktioniert das Ganze? \"Ich schreibe immer wesentlich mehr, als ich brauche. Dann kürze und kürze ich so lange, bis es sich richtig anfühlt. Wenn es nicht zufällig sofort klappt, kann es bis zu einem Monat dauern, bis was Brauchbares entsteht.\" Interessant und sympathisch ist dabei, daß Todd selbst manchmal die genaue Bedeutung dessen, was er da verzapft, nicht kennt. Ihm geht es in erster Linie darum, Stimmungen und Gefühle in Worte zu kleiden was dem Hörer wiederum alle Möglichkeiten offenläßt. Im Grunde seines Herzens muß Todd ein hoffnungsloser Romantiker sein ... Aber auch Humor kommt nicht zu kurz, was schon Songtitel wie \"½ a beer, ½ a song\", der Hinweis auf eine weitere Lieblingsbeschäftigung, erkennen lassen.
Musikalisch wesentlich einheitlicher im Sound als das Debüt, dabei aufgeheitert durch kleine Einlagen wie eine Heilsarmee-Blaskapelle, klingt die aktuelle Platte wie aus einem Guß. Eine Entwicklung, die Todd bereits im letzten Interview ankündigte, hat sich manifestiert: \"Ich kann zwar nicht so weit gehen, ein ganzes Album im voraus zu planen, aber da wir nun bereits länger zusammenspielen, fühlten wir uns ziemlich locker. Hinzu kam, daß wir die Stücke schon gut kannten, als wir ins Studio gingen. So kam der Sound zustande.\" Die Grundstimmung ist dabei melancholischer und sehnsüchtiger als noch auf dem Vorgänger, eine Art emotionales Thema? \"Ja, es ist manchmal schwer zu verbergen, wie man sich fühlt. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen, hoffe aber, daß die Texte das irgendwie widerspiegeln.\"
Gegen Ende des Jahres wollen GRANFALOON BUS wieder auf Tour gehen,



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aus Intro #48 (Oktober 1997)
 
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