STEREOPHONICS
Viva Cwmaman
08.08.1997, 22:27, Text: Autor unbekannt
Aufregende Innovationen hält das Prädikat \"die AC/DC der BACKSTREET BOYS-Generation\" wohl kaum parat, doch es vermittelt trefflich, was das Trio am allerbesten kann: klobigen Rocksound mit gefühlvollen Melodien paaren.
Nicht lange, nachdem sich Bon Scott zu Tode erbrochen hatte, reichten sich Stuart Cable (dr) und Kelly Jones (git & voc) ihre zarten Kinderhände und schwörten sich in ihrem beschaulichen Dorf Cwmaman in der Nähe Cardiffs ewige Bandtreue. Mit Richard Jones wurde später der vakante Basser-Posten besetzt, und in den nächsten zehn Jahren gab es für die Kapelle nur noch eine Beschäftigung: Üben, Üben, Üben. All die Mühe sollte sich schließlich nach jahrelangem Touren im \"Staate\" Wales auszahlen: \"Es war total lächerlich, aber bei einem Konzert in Cardiff standen im Publikum über 30 A&R-Leute.
Faszinierend ist zunächst das ausgesprochen harmonische Zusammenspiel der Band. Kelly könnte sich während des Gitarrenspiels beide Arme verrenken, die Rhythm-Section hielte zusammen: \"Ich kann mich 1000%ig auf sie verlassen.\" Und dann sind da der Sound und die ungeheure Live-Energie: Spielend arrangieren die drei aus munteren, simplen Brit-Pop-Melodien und breitem Gitarreneinsatz kleine begnadete Rocksongs der Marke AC/DC meets CAST. Wo andere britische Heroen entweder typisch englisch oder gezwungen amerikanisch klingen, geben sich die STEREOPHONICS reichlich unprätentiös, bisweilen sogar bodenständig: \"Wir konzentrieren uns vor allem auf das Songwriting. Unsere Lieder sollen eine gute Melodie haben, vernünftig getextet sein und Gefühle ausdrücken. Wenn dies auf entsprechendem Niveau geschieht, zudem gewisse Live-Qualitäten bestehen, dann werden wir lange im Geschäft bleiben.\"
Bisher reichte es mit \"More Life In A Tramps Vest\" zu einer Top 50-Position in den britischen Single-Charts; daß die Combo von der englischen Presse bis dato nahezu unbemerkt blieb, dürfte sicht mit der Auskopplung aus ihrem Debütwerk \"Word Gets Around\" ändern, denn \"Thousand Trees\" fällt, ganz ohne Bosheit, eher in die Sparte BON JOVI becomes WELSH: ein Stückchen perfekt produziertes Pathos. Was will man mehr?
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