Summercamp
24.06.1997, 13:11, Text: Autor unbekannt
Der Reiz liegt - wie so oft - in der persönlichen Note. Da ist zum Beispiel der warme, organische Band-Sound des Debüt-Albums „Pure Juice“, der an Acts wie WEEZER erinnert und musikalische Erfahrung erahnen läßt. „Tim und ich machen jetzt seit zehn Jahren zusammen Musik. Wir sind klassische Songwriter, haben z. B. zusammen in der Schweiz als Straßenmusiker gespielt“, erklärt Sean. „In Misha und Tony [dr] haben wir eine Rhythmusgruppe gefunden, bei der die Chemie stimmt. Ich habe ein kleines 16-Spur-Studio zu Hause. Dort haben wir die Songs jahrelang geprobt und unsere Demos aufgenommen. Auch die von ‘Pure Juice’. Die haben wir dann dem Producer Chris Shaw gegeben [u.
Kein Emulieren aktueller Trends macht demnach den Sound von SUMMERCAMP aus, sondern eine Vorliebe für die Basics: Tim und Sean sind BEATLES-Fans, mögen die POSIES & Co. und wollen gar nicht erst wirklich Neues erfinden. Ein eigener Stil kommt aber dennoch zustande, indem ihre Songs z. B. clever zwischen Dur und Moll balancieren. „Das ist aber kein bewußter Prozeß“, schränkt Sean ein, „wir inspirieren uns halt als Songwriter gegenseitig, und unsere Texte sind meist autobiographisch. Das bestimmt schon mal die Art der Songs. Bei der Auswahl der fertigen Stücke achten wir aber darauf, daß alles schön ausgewogen ist - nicht immer ganz einfach bei zwei Sängern. Ich will nun nicht gerade sagen, daß es die Hölle war, aber bei der großen Anzahl fertiger Songs fiel die Auswahl schon recht schwer.“
Soundmäßig ein wenig herausstechend ist der vielschichtige Gitarrensound mit relativ flinken Soli - um das „W-Wort“ hier mal zu vermeiden. „Tim und ich lieben es, Gitarre zu spielen“, erklärt Sean, „wir inspirieren uns gegenseitig. Und mit den Soli ist das so eine Sache: Ein gutes Solo sollte ein Song in sich sein - mit Beginn, Mittelteil und Ende. Wir probieren herum, und meist endet es damit, daß wir unsere Soli in den Songs des jeweils anderen spielen. Das gibt dann den besonderen Piff.“ SUMMERCAMP ist eine sympathische junge Band mit interessanten Ideen und keinem Anspruch, außer dem, „ein Leben lang Musik machen zu wollen.“ Eine gute Ausgangslage. Die Band hofft, nach Lollapalooza und einer Japan-Tournee im Herbst auch in unseren Breiten auftreten zu können.
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