Mustang Ford

telekom-blues

05.06.1997, 17:46, Text: Autor unbekannt

Fühlst Du Dich in letzter Zeit auch etwas einsam? Ist die Welt schlecht zu Dir, fühlst Du Dich nicht richtig verstanden? MUSTANG FORD haben da genau das richtige Mittel parat: Mit ihrem neuen Album „Chatterbox“ liefern sie das musikalische Pendant zur Telefonseelsorge - Musik zwischen Wut und Hoffnungslosigkeit, mit Ärger über den Frust im Kopf, mit tragischem Gefühlstheater und ein wenig Licht.
Ganz unbekannt ist das Blomberger Quartett ja nicht mehr; zumindest in seiner Heimat, wo es seit ’94 sein Unwesen treibt, hat man es schon in verschiedenen Zusammenhängen kennengelernt. Zuerst mit dem Beitrag „Enterprise Flight Movie“ auf der „Familienangelegenheiten“-Compilation des ebenfalls in Blomberg ansässigen Labels „Supermodern“ (u.

a. TUESDAY WELD), auf dem im vergangenen Jahr auch die EP „Daytona USA“ erschien. Außerdem halfen Gitarrist Tim und der ehemalige Schlagzeuger Sven bei der letzten SHARON STONED-Tour aus, was die Bands nicht ganz zu Recht in einen engeren Zusammenhang brachte. Sänger Florian will das jedenfalls klargestellt haben: „Daß wir immer zusammen mit SHARON STONED erwähnt werden, ist zwar nett, hat mit uns musikalisch aber nicht viel zu tun.“ Schließlich liegt die Vorliebe von MUSTANG FORD eindeutig bei amerikanisch inspiriertem Breitwandsound. Bei psychedelisch verhangenen Seelenerkundungen, „Musik als Selbsttherapie“, wie die Band einmal selbst formulierte. Daß das Material von rockigen Uptempo-Nummern wie dem Opener „Own Court“ bis zu mollbeladenen Balladen („Mute“) reicht, liegt zum Teil daran, daß die Songs auf „Chatterbox“ über einen recht großen Zeitraum verteilt entstanden. Daß einige sogar älter als die Beiträge der vorangegangenen EP sind, ist wiederum in der Verzögerung der Veröffentlichung auf ihrem neuen Label „Sticksister“ begründet. Doch jetzt ist das gute Teil ja da, produziert von Krite (womit wir schon wieder bei SHARON STONED wären); das gelbe Telefon und die drei üppigen Damen auf dem Cover laden dazu ein, doch mal vorbeizuhören.



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aus Intro #46 (Juli / August 1997)
 
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