Deathline INT’L

auf die mischung kommt es an

02.06.1997, 13:46, Text: Autor unbekannt

»Seit unserem ersten Album wollten wir bereits eine Mischung aus Härte, Groove und Softness haben«, folgt die prompte Korrektur. »Und in den letzten fünf Jahren haben wir sehr viel im Studio gearbeitet, andere Leute produziert und dabei gelernt, daß man Dinge eben etwas besser separieren muß, wenn sie richtig zur Geltung kommen sollen. Insofern haben wir die guten Sachen diesmal einfach weiter nach vorne geholt, während sie vorher vielleicht ein bißchen untergegangen sind.« Und mit diesem kleinen Kniff hat es das deutsch-amerikanische Cyber-Punk-Duo geschafft, wohl eines der besten Electro-Crossover-Alben der letzten Zeit zu veröffentlichen. Kein sattsam bekanntes Brachialgedöns, das einem lediglich ein paar Klischees aus Metal und EBM um die Ohren haut, sondern ein abwechslungsreich und wohldurchdacht inszeniertes Stück härterer Unterhaltung.
Daß Christian und sein amerikanischer Partner Spawn diesmal auf eine andere Produktionsweise zurückgreifen konnten, mag dabei keine unerhebliche Rolle gespielt haben.

Mußte Christian früher immer extra nach Übersee fliegen, damit man binnen drei Monaten ein komplettes Album schreiben und einspielen konnte, so fand nunmehr dank Internet bereits im Vorfeld ein reger Ideen- und Songaustausch statt. »Früher konnten wir einfach nicht viel rumprobieren, da wurde ein Song geschrieben und bereits drei Tage später aufgenommen. Diesmal hatten wir die Hälfte des Albums bereits in sehr guten Skizzen.« Trotzdem bedauert er natürlich die Tatsache, daß das traditionelle Bandfeeling ob der großen Distanz dann doch ein bißchen abgeht, »weil eine Band ja auch immer eine Geschichte von Kumpels ist, die zusammenhängen. Bei uns ist ganz klar, daß wir uns nur treffen, um etwas aufzunehmen. Es ist also immer sehr zielbewußt.« Womit sich natürlich die generelle Frage aufdrängt, wie denn diese Zusammenarbeit überhaupt zustande gekommen ist. »Zufall«, kommt als Antwort. Nachdem seine damalige Punkband an der Schicksalsfrage »Profession oder nicht Profession« zersplittert war, weilte Christian, dessen Lebensziel schon immer das Musikmachen war, zufällig in Amerika, traf dort auf Spawn und arbeitete mit ihm zusammen an einem Compilationbeitrag. Dabei entdeckte man eine gemeinsame Zukunft.
Und was, wenn das Musizieren plötzlich nicht mehr möglich wäre? »Dann würde ich mich mehr auf Malerei konzentrieren und natürlich andere Bands produzieren.« Aber solch’ eine Frage ist natürlich rein hypothetisch, denn spätestens mit »Arashi Syndrome« haben DEATHLINE INT’L endgültig einen zukunftssichernden Platz im Electro-Pantheon inne.



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aus Intro #46 (Juli / August 1997)
 
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