Squarepusher
funky klötzchenbeats
25.04.1997, 12:15, Text: Autor unbekannt
Der Cocktail, den Jenkinson da auf dem Label „Rephlex“ und neuerdings auch auf „Warp“ zusammenbraut, bereitet Puristen gleich welchen Lagers daher gehörige Kopfschmerzen. Wären da nicht die hektischen, hochgepitchten Breakbeats über den komischen Orgelsounds, die an Schmierfilm-Soundtracks oder die alte ZDF-Programmvorschau-Hintergrundmusik à la MEZZOFORTE erinnern, man könnte das Ganze nicht mal an trendbewußte D’n’B-Käuferschichten verhökern. Eher schon profitiert SQUAREPUSHER genau wie sein Kollege APHEX TWIN vom Zulauf alter Indie-Konsumenten: „Mit Drum’n’Bass hat mein Kram recht wenig zu tun.
Die Ähnlichkeiten mit den jüngsten Eskapaden des APHEX TWIN sind, besonders hinsichtlich der chaotischen, wilden Rhythmik bei Tracks wie „Anirog D9“ oder „Beep Street“, kaum von der Hand zu weisen. Auch Jenkinson blickt auf eine eher punkrockige Musiksozialisation in seinem Heimatort Chelmsford zurück. Jahrelanges Basszupfen in diversen Bands, dann, mit Erscheinen der ersten LFO und „Newbuild“ von 808 STATE, kam die Wende. Zusammen mit dem späteren Chef des Labels „Spymania“, auf dem auch die ersten SQUAREPUSHER-Releases erschienen, teilte er sich das Equipment und produzierte munter drauflos. Bis ihn Ende ’95 Richard D. James beim Auflegen in einem Londoner Club entdeckte und für seine Alben „Feed Me Weird Things“ auf „Rephlex“ und das neue Werk „Hard Normal Daddy“ auf „Warp“ verpflichtete.
Seine Art, Musik zu schreiben, sei schnell und direkt, fällt Jenkinson als weitere Parallele zu APHEX TWIN ein: Von der Idee geht es nicht erst durch aufwendige Computer-Sequenzer, sondern direkt auf einen alten 8-Spur-Recorder. In wenigen Stunden bis maximal zwei Tagen werden die Schichten Stück für Stück übereinandergelegt: „Das ist wie Schach. Man muß immer schon ein paar Züge vorausdenken, kann nichts mehr korrigieren. Ich habe die Struktur des fertigen Tracks komplett im Kopf.“ Und das ist vielleicht auch der Moment der Improvisation, der SQUAREPUSHER strukturell in Richtung Jazz rückt, ohne sich dabei allzu offensichtlicher Parallelen zu bedienen. „Ich höre zwar viel Jazz, MILES DAVIS, CHARLIE PARKER und so, würde aber nie so weit gehen, mein Zeug damit direkt in Verbindung zu bringen. Was ich mag, ist die Art, alles benutzen zu können. Das ist die musikalische Freiheit, die ich haben will.“
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Mutabor
Mit ihrem Stilmix aus Punkrock, Ska und verschiedenen Folk-Einflüssen wurde Mutabor seit ihrer ersten Veröffentlichung (1997 Virgin) oft als deutscher Vertreter des Folk-Punk geführt. Mit ihrer zweiten Veröffentlichung (2001 Makanabeat / Soulfood) erweiterte die Band ihr musikalisches Spektrum in Richtung Pop und Reggae.




