Mellowbag

rund um die uhr mellow, kritisch & outernational

06.04.1997, 16:07, Text: Autor unbekannt

? Wie seid Ihr auf den LP-Titel „Around The Clock In A Day“ gekommen?
Tyron: Es sind „Everyday Things“, nicht irgendwelche erfundenen Geschichten, über die wir sprechen. Oft auch wirklich banale Sachen, die aber durch die Spannung, wie sie dargeboten werden, irgendwie interessant werden.
? MELLOWBAG sieht sich als „Outernational HipHop Group“. Das ist eine hierzulande relativ rare Spezies. Welche deutschen Crews entwickeln sich eurer Meinung nach noch auf diesem internationalen Level?
T Es gibt da noch die HARLECKINZ in Berlin, außerdem ein Projekt mit Ono und Juks aus Berlin (BASIC ELEMENTS). Es gibt schon noch ein paar Sachen ...
B-Side: ...

aber wirklich wenige, das stimmt schon. Das ist noch echt ‘ne Minderheit.
? Die Lyrics auf eurem Album transportieren oft sehr metaphorisch Stimmungen und Gefühle. Nehmt ihr HipHop auch als politisches Medium wahr?
B Vielleicht nicht vordergründig. Wir sind keine politische Partei oder so was, aber wir sind in gewissen Aussagen schon sehr politisch. Zum Beispiel „Why“, speziell „Rachid“ ist superpolitisch!
T Auch die Single „Illusion“ ist irgendwie politisch und hat im Gegensatz zu den Klängen einen eher harten Text. Ich finde es okay, wenn man Leute durch die Musik anlockt, damit sie nahe genug rankommen, um sie dann mit den Worten zu überraschen.
? Was sind die musikalischen Leitbilder und Haupteinflüsse von MELLOWBAG?
T Wir haben nicht alle nur einen Einfluß. Meine direkten Vorbilder sind so Leute wie COMMON SENSE, Q-TIP; BLACK THOUGHT (von THE ROOTS) ist für mich der Chef. Die sind mit uns auf einem gedanklichen Level.
? Gab es auch Vorgaben von Seiten der Plattenfirma im Sinne von „Ihr solltet so klingen wie diese oder jene Gruppe“?
B Die FUGEES waren natürlich das bestimmende Thema. Die Produktion ist entstanden, während sie gerade voll am abgehen waren [imitiert]: „UhLaLaLa - das ist doch mal ‘ne schöne Hookline!“
? HipHop als bestimmendes Lebensgefühl spielt bei euch eine zentrale Rolle. Welche Probleme seht ihr im Zusammenhang mit dem Ausverkauf der HipHop-Kultur oder der Glorifizierung von Gewalt?
T Was im Moment in Amerika abgeht, hat mit HipHop nichts mehr zu tun! Die Eskalation ist nicht im HipHop, sie ist im Rap-Business. Und das ist nur ein Teil der HipHop-Kultur, rausgenommen und vermarktbar gemacht. Da ist der beef, da geht’s um Verkäufe.
B Das Problem ist, daß alle tierisch viel von den beschissenen Klischees, die in Form von HipHop-Videos ständig vorgebraten werden, einfach übernehmen. Obwohl sie das - wie vieles andere aus der Kultur auch - nicht direkt übernehmen können, weil sie keinen direkten Bezug zu dieser Kultur haben!



Artikel kommentieren
aus Intro #44 (Mai 1997)
 
  • Mehr Infos

  •  
Alle Artikel von Autor unbekannt
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 
Anzeige
 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Gruppen


GelaSkins

GelaSkins

Die besten Skins auf dem Planeten. Original Kunstdrucke von ausschließlich lizenzierten Künstlern (von zeitgenössisch über Urban StreetStyle). Individualiserung total für Laptop, Netbook, iPod, iPhone, Blackberrie & Gaming. Find yours & join it: www.gelaskins-deutschland.de

» Mehr Gruppen