Cathedral

doom bleibt doom

29.10.1996, 16:41, Text: Autor unbekannt

Apropos Bier: das hilft. Sogar so gut, daß Lee und sein Kumpel Brian, seines Zeichens Schlagwerker in der neuen CATHEDRAL-Besetzung, allem Anschein nach richtig Spaß haben. Den von der hämisch britischen Sorte natürlich. Anläßlich des gerade abgelieferten Albums haben die beiden Herren aber auch allen Grund zur Freude, die ruhig ein wenig schwarz-humorig ausfallen darf. Schließlich waren die Produktion ein hartes Stück Arbeit und die Ausgangsbedingungen dergestalt, daß sie kaum ungünstiger hätten ausfallen können. Nach dem Verlust ihres US-Deals mit „Columbia“ sah es einige Zeit so aus, als stünden die Doom-Pioniere vor dem totalen Aus.

Schnell war zumindest klar, daß man in der „Carnival Bizarre“-Besetzung unmöglich würde weiterarbeiten können ... Die Tatsache, daß eine funktionierende Band auseinandergerissen werden sollte, weil die Mitglieder von unterschiedlichen Kontinenten kommen und man sich nicht mehr in der Lage sah, die Flugkosten zu tragen, tat nicht nur weh ..., sie implizierte konsequenterweise den Gedanken eines endgültigen Schlußstrichs.
Doch CATHEDRAL sind Lee Dorian, und solange der nicht beschließt, endgültig das Handtuch zu werfen, geht es weiter. Der Mann blieb, auf sich selbst gestellt, nicht untätig. Als die neue Besetzung schließlich feststand, war das Songmaterial bereits vollständig vorhanden, und der Studio-Termin stand vor der Tür ... Trotz des Großreinemachens im Hause „Earache“ hatten CATHEDRAL - als eine der Stammbands - zumindest ihren europäischen Label-Partner behalten. Dem Beginn der Produktion stand also soweit nichts mehr im Wege ..., bis auf die Tatsache, daß der Meister die neuen Musiker in der knappen Studiozeit in für sie bis dahin völlig unbekanntes Material einarbeiten mußte. Was ihm - auf dem Album unschwer nachzuhören - hervorragend gelungen ist, ... bei einigen der Musiker allerdings seelische Narben hinterlassen hat. „Kann nicht schaden ...“, meint Dorian. Offensichtlich ist das freundliche Männlein ein echter Schleifer ... Spricht man dagegen Brian auf die Stunden im „Sklavencamp“ an, zuckt er heute noch zusammen. „Aber es ist mit Sicherheit auch diese Härte, die das Album zu solch einem harten Brocken gemacht hat.“ - „Definately“, spricht Herr Dorian, kippt ein Bier und macht einige unflätige Bemerkungen zum Körperschmuck der anwesenden Todesblei-Fanatiker.



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aus Intro #39 (November 1996)
 
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