Jud

geschichten einer großstadt!

22.10.1996, 21:03, Text: Autor unbekannt

Zehn Jahre später haben JUD die fehlenden Geschichten gelebt. Die ehemaligen Landeier erlebten sie in Los Angeles, vornehmlich am Strand. Denn der ist der Lieblingsort der Band. Komische Vorstellung irgendwie ... Die Bandmitglieder liegen den lieben langen Tag über am Venice Beach, schlürfen Cocktails und spielen ein wenig Basketball, um abends \"The Cave\" - so der Name des Bandübungsraums - zu besetzen und dort einen Sound zu schaffen, der bestimmt nicht als \"Baywatch\"-Titelmelodie dienen könnte. Bisweilen brachial, manchmal unterschwellig balladesk-poppig, oft schleppend (ST. VITUS-Produzent) windet sich das Album in Deinen Kopf. Innerhalb der zehn Songs scheint ein retardierendes Moment zum Konzept erhoben worden zu sein, bevor es oftmals zu einem psychopathisch-unkontrollierten Kurzausbruch aus dem Schleppsound kommen kann.

\"Something Better\" ist düster, keinesfalls jedoch depressiv, klingt hart, jedoch nicht plump-metallisch, und findet geschmackssicher das Hintertürchen zu Deinem Gehirn - es ist ein wahrlich großes Album.
Steve Cordrey (b): \"Wir sind schon seit zehn Jahren in Los Angeles, haben vorher jedoch verschiedene Dinge gemacht. Seit drei Jahren sind wir JUD. Obwohl wir vorher in Virginia schon Sachen geschrieben hatten, waren das völlig andere Songs. Hier in Los Angeles passieren eine Menge Dinge, a lot of shit is going on. Du hörst jeden Tag was von Bandenkriegen, Morden und Drogen. Diese Dinge gelangen ins Hirn, und du versuchst sie mittels deiner Musik zu verarbeiten, irgendwie herauszulassen.\" Wohl doch keine stumpfen Strandabhänger, auch wenn sie im Booklet dazu auffordern, ihnen Nacktfotos von Dir und Deinem Haustier zu schicken: \"Oh, wir mögen halt Nacktfotos. Sie sind einfach cool. Heutzutage strebt jeder nach 'Something Better'. Daher auch der Albumtitel. Jeder reiht sich ein und will schöne Häuser, schnellere Autos und mehr Geld. Dabei verlieren die Leute oft die wichtigen Dinge des Lebens aus den Augen. Uns reichen ein paar Nacktfotos.\" Mir reicht dieses Album.
Gute Nacht, Steve! Gute Nacht, JUD! Gute Nacht, John Boy!



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aus Intro #39 (November 1996)
 
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