L.A. Dorado
Stevie Salas COLOURCODE
20.10.1996, 14:15, Text: Autor unbekannt
So wie die von STEVIE SALAS. „Back From The Living“ heißt der aktuelle Output, der, zunächst in den USA und Fernost (sic!) veröffentlicht, auch hierzulande nichts revolutionieren wird. Was auch gar nicht nötig ist, eine durchgreifende Reform tut’s schließlich allemal. Die wichtigste Einsicht, die sich schon beim ersten, flüchtigen Introscan von „Back From The Living“ aufdrängt: Seventies-Allürenhaftigkeit, retroness und rohe Gewalt bilden ein Triumvirat, dem auf ewig niemand etwas ernstlich entgegenzusetzen haben wird. Tugenden wie Schnörkellosigkeit, Asskickin’ und noch mal Asskickin’ erfahren ihr verdientes Revival, es gilt das Gesetz des Songs.
Ein Werk, das solch hehre Dinge wie die fällige Reorganisation der Rockismen leistet, kommt freilich nicht von ungefähr, sondern von ganz oben: Drummer Brian Tichy wurde zwar noch von SALAS an irgendeiner Straßenecke in L.A. aufgelesen, wo Weltklasse-Musiker, so will es die Legende, vornehmlich abhängen. Seine Spezialität sind licks von bestechender straightness, deren wahrhafte - um im Jargon zu bleiben - trickyness durch geschmackvoll versteckte Verzierungen erst beim konzentrierten listening sich erschließt. Aber ab jetzt wird nur noch genamedroppt; ladies and gentlemen, on the bass - the inevitable Mr. T.M. STEVENS! T.M. means trademark ... worked together with ... JAMES BROWN ... LITTLE STEVEN ... STEVE VAI ...na ja, und so weiter und so weiter. STEVIE SALAS ist als Gitarrero ebenfalls nicht mehr so ganz unbekannt. Kein Geringerer als GEORGE CLINTON diente als Mentor, den Funk- wie Rockspezialisten in solch illustre Kreise wie die von ROD STEWARD, TERENCE TRENT D’ARBY, SASS JORDAN und Gottseibeiuns einzuschleusen. Seitdem lebt STEVIE SALAS dem Vernehmen nach das schöne Leben eines first call musicians: „I work when I want to.“ Manchmal auch gern als Produzent, u. a. für WAS (NOT WAS).
Neben COLOURCODE unterhält SALAS ein weiteres hammermäßiges Projekt: Zusammen mit Bernhard Fowler, den auch die STONES gern mal für ein paar backings einfliegen lassen, hob er NICKLEBAG aus der Taufe und macht auf der diesjährigen CD „12 Hits And A Bump“ da weiter, wo COLOURCODE aufhören. In Gegenwart der Ikone RONNIE WOOD - SALAS fand über die FACES zum Gitarrenspiel - wird verstaubt Geglaubtes liebevoll restauriert. „My My, Hey Hey“ - na, Ihr wißt schon.
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