Kreidler
unsichtbare musikbox
16.10.1996, 11:31, Text: Autor unbekannt
WEEKEND - „Drumbeat For Baby“ (12“-Single, 1982)
A: WEEKEND, vom „La Varieté-Album. - D: Hat er vor kurzem aufgelegt. Ich kannte es nicht. - A: Aber „Working Week“, das danach, das kennst du. - H: Alison Statton hat auch bei den YOUNG MARBLE GIANTS gesungen. - A: Ja, die waren auch klasse.
(Wir bewundern das Aquarell auf dem Cover, roséfarbener Fluß mit Ruderboot, verschwommenen Bäume und wenig Leuten.)
D: Wunderschön, die Musik gefällt mir auch gut. - H: Hatte WEEKEND irgend etwas mit eurem Albumtitel zu tun? - D: Nein, der Titel kam von mir. Oder? War doch so.
THIS HEAT - „24 Track Loop“ („This Heat“, 1978)
D: Das ist super.
SUICIDE - „I Surrender“ („A Way Of Life“, 1988)
A: Klingt irgendwie nach „Twin Peaks“ ... - D: Das ist gut, ich weiß noch nicht ... SWANSWAY? - H: Nein. - D: Die waren aber ähnlich schräg, hatten einen großen Hit Mitte der Achtziger. - A: Die Stimme klingt nach Alan Vega ... - H: Ja, SUICIDE. - D: SUICIDE? Zeig mal! SUICIDE mochte ich nie, aber das hier gefällt mir gut; das ist das erste Stück, auf dem Alan Vega singt, das ich gut finde. Mit dem Synth ist es auch toll. Diese Pop-Elemente, so was habe ich vermißt in dem, was die Presse über uns schreibt. Es gibt aber eine Solo-LP von Martin Rev, die erste, die ist unglaublich. - A: Ich war ein großer SOFT CELL-Fan, auch von MARC ALMONDs Solo-Sachen. SUICIDE behaupteten immer, SOFT CELL hätten alles von ihnen geklaut. - H: Teilt ihr die Meinung, daß SUICIDE Techno mit erfunden haben? - D&A: Nein. - H: Sie waren schon Vorreiter, denke ich. - A: KRAFTWERK kamen davor.
DJ VADIM - „Relax With Pep (Part 5)“ („Electric Ladyland II“-Compilation, 1996)
D: Schönes, einfaches, jazziges TripHop-Stück, könnte dir aber nicht sagen, wer das ist. Klingt wie ein MASSIVE ATTACK-Sample, „Unfinished Sympathy“. - H: DJ VADIM. Er sagte neulich, er würde keinen Drum&Bass auflegen, jeder täte das, selbst die Warm Up-DJs für ihn. - D: Vor zwei Jahren habe ich stapelweise Drum&Bass-Platten gekauft und auch aufgelegt. Die Haltung hat mich interessiert. Viel früher SHUT UP AND DANCE-Platten, wie hieß die mit dem Grabstein noch? - A: „Death Is Not The End“. - D: Genau, unglaubliche Platte. SUAD gehören zu meinen absoluten Lieblingsplatten, sie experimentierten, teilweise unglaublich hart, Rave, dann spielt Kevin Rowlands Akustikgitarre - was für Kombinationen. Oder TripHop, die erste DJ SHADOW auf seinem eigenen Label, vor der „Mo Wax“-Platte, ist noch klar aus HipHop gekommen. Dann kam irgendwann die Bristol-Szene in England, diese komische kaputte ... - A: Es wurde alles sehr geschmäcklerisch, Ziegenbärte und so ... - D: Und Drum&Bass - wenn du heute Spex liest, geht es nur noch darum, wie die Snare klingt, wie der Bass klingt. Die Spitze ist erreicht, jetzt muß ich das nicht unbedingt mitmachen.
RESIDENTS - „Jambalaya“ („Stars & Hank Forever“, 1986)
A: MARK STEWART? TUXEDOMOON? - D: Mit so einer Stimme kann ich nichts anfangen. - H: Bei eurer Platte gibt es auch keine Stimmen. - D: Ich habe nichts gegen Stimmen, ich bin z. B. großer LEON THOMAS-Fan, von ihm habe ich irre viele Platten, aber das hier ... - H: „Jambalaya“ von THE RESIDENTS. - A: Ah, die Platte mit HANK WILLIAMS-Songs, da müßte auch „Kaw Liga“ dabei sein, dazu haben wir früher in der Disco getanzt! Mit dem MICHAEL JACKSON-Riff. - D: Vor oder nach MICHAEL JACKSON? - A: Danach, ich schätze 1986. STEELY DAN haben den Riff auch benutzt. - D: RESIDENTS sollen wichtig sein, nicht wahr? - H: Ich kann mich nie entscheiden, ob ich sie mag oder nicht, aber das finde ich okay so. - A: Sind mir zu clever. Dann lieber ATATAK-Sachen aus der SF-Szene.
RANCHO RELAXO ALL STARS - „Track 9“ („Higiene Mental“, 1996)
D: Kenne ich. - H: RANCHO RELAXO ALL STARS. - A: Da ist Jochen Reiter dabei und Abe Duque. - H: Und Jimi Tenor. Zwar minimalistisch, aber es groovt! Gibt es andere deutsche Sachen, die euch naheliegen? - D: WORKSHOP, TALENT. Die neue WHIRLPOOL ist sehr mutig. Klingt super Deutsch. Das Disco-Stück ist ein bißchen peinlich, aber das Album ist gut. Das hier ist wirklich fein gemacht.
CAN - „Geheim (Half Past One)“ („Peel Sessions“, 1995 - aufgenommen 1975)
H: Die muß ich euch vorspielen, werden oft zitiert ... - A (sofort): CAN! Welche ist das? - H: Die „Peel Sessions“. - D: Ich verstehe überhaupt nicht, warum die immer wieder auftauchen. Ich kenne sie kaum. Außerdem sind sie nicht aus Düsseldorf. - A: Daddelig! Paßt besser zur Kölner Geschichte, SCHLAMMPEITZIGER usw. - H: KREIDLER sind keine Kiffer, glaube ich. - D: Gar nicht. - A: Drogen, die langsamer machen, sind scheiße!
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