Metal Molly

10.10.1996, 11:04, Text: Autor unbekannt

well controlled insanity Die drei Jungs wollen keine Nebenbemerkungen über O-Saft mehr hören. Zu oft sind sie heute bereits nach ihrer aktuellen Hitsingle \"Orange\" gefragt worden. Das ist selbst für die albernsten Belgier zuviel, besonders weil der ganze Promo-Rummel fürs \"neue\" Album \"Surgery For Zebra\" bereits zum zweiten Mal abläuft. Denn in ihrer Heimat erschien das Album bereits vor über einem Jahr. Doch dank des augenblicklichen Belgien-Booms gibt es METAL MOLLY jetzt auch weltweit. Damit sich bei der anstehenden Tour mit ASH auch noch der letzte Alternative-Dödel die Wollmütze von der Birne grinsen kann.
Vor besagtem Jahr konnte man METAL MOLLY zum Beispiel noch im Vorprogramm von NEMO bewundern.

Doch bereits damals kündigte „Brinkmann“-Chef Fred Maessen den internationalen Deal an. Jetzt sind die drei beim New Yorker Label „Silvertone“ untergekommen, das flugs für nette neue Promo-Kontakte und einen Video-Dreh im Big Apple sorgte. Natürlich mit der Hoffnung, durch METAL MOLLY den amerikanischen und europäischen Alternative-Sektor um eine Blödel-Variante zu bereichern. Denn die Songs auf \"Surgery For Zebra\" verbinden rührige Melodienseligkeit mit WEEZER-mäßigen Gitarren mit einem den Belgiern so eigenen Sinn für Humor und plötzliche Stilwechsel. \"Eigentlich sind wir eine klassische Songband mit viel Sinn für schöne Melodien. Und unsere Gitarren sind bestimmt nicht die lautesten von der Welt\", meint Gitarrist Allan, der sich mit Bassmann Pascal das Songwriting teilt. Dritter im Bunde ist Drummer Gino, und in Belgien sind die drei schön länger ein angesagter Act bei Festivals jeder Größenordnung.
Doch abgesehen vom Ohrwurmcharakter von beispielsweise \"Orange\", gibt es auch auf \"Surgery For Zebra\" diese plötzlichen Überraschungsmomente, etwa wie bei den seit den EVIL SUPERSTARS so beliebten Stil-Zerstäubungen, auch wenn METAL MOLLY nicht ganz so sprunghaft und schon gar nicht sperrig klingen. \"Es ist alles spielerisch, sowohl in der Musik als auch in den Lyrics. Darum auch die englische Sprache. Wir wären sonst viel zu eng an dem dran, was wir sagen wollen. So bleibt viel mehr Platz für unsere kontrollierten Spinnereien.\"



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aus Intro #39 (November 1996)
 
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