Spooky

der kleinste gemeinsame nenner

05.10.1996, 10:10, Text: Autor unbekannt

SPOOKY ist ein seltsamer Mensch, er hat keine Internetadresse, ist also ein Obachloser in Digitalia, ein Hobo auf der Datenautobahn. Er hat keinen Briefkasten in realiter, .. das Postfach reicht, schließlich kommt der Schriftverkehr - hat der Absender nicht ausdrücklich den Kontinent vermerkt - ohnehin meistens beim falschen SPOOKY an. Es gibt derer zu viele in der Branche. Nun denn, der Mann scheint definitiv sein eigenes Universum zu bevölkern. Hier hüpft er luftig von Sample zu Sample, vergißt dabei jedoch nicht, die Proben akribisch zu katalogisieren, bevor er sie in sein Album einheftet. Auch als Jäger und Sammler scheint er Analoges straight zu bevorzugen.

Sounds müssen Hitze ausstrahlen, während sie quietschen, knarzen und ploppen ..., wobei natürlich vor allem von Relevanz ist, daß (fett!) sie quietschen, knarzen und ploppen. Sonst federt es nicht. SPOOKY hat es aber nun mal gern as percussiv as percussion can be without percussio. Ihr versteht? Nein, Ihr versteht nicht? Also, ein dienliches Beispiel: Auf „Found Sound“ - das ist sein aktuelles Album, und es hat einen treffenden Titel - klingt sogar Drum&Bass wie der Mitschnitt eines Tischtennisspiels der Amateure vom TSV Bärbroich, einem kleinen Ort im Bergischen Land, in dem die Menschen es bevorzugen, ihre motorischen Störungen mit der Hüfte an grüne Pressspanplatten gezwängt auszuleben. Ahhh, jetzt dämmert’s, was? War ja auch anschaulich, das. SPOOKY würde nahelegen, zur weitergehenden Erläuterung ein Photoalbum mit aus dem Zusammenhang gerissenen Elektronikbauteilen zu konsultieren. Daraufhin könntet Ihr ihn fragen, was ihr wollt, jeder seiner Songs ist mit einem Wort zu beantworten, es sei denn, der „kleinste gemeinsame Nenner“ besteht aus dreien, ... was er ja tut. Was allerdings wiederum nicht wirklich etwas zur Sache tut, denn eine deutliche Antwort ist immer auch ein Songtitel, und das ist „Lowest Common Denominator“ garantiert. Fragt SPOOKY, wenn Ihr ihm das nächste Mal schreibt.



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aus Intro #39 (November 1996)
 
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