Armando

disco 2000

26.04.1996, 11:18, Text: Autor unbekannt

Auf \"One World, One Future\" dominieren neben Swing- und Bar-Jazz-Elementen vor allem lupenreine Disco-Auszüge das Gesamtbild. Die für ARMANDOs Sound seit fast zehn Jahren charakteristische halb-offene HiHat findet zu ihren Ursprüngen zurück: \"Ich kreiere einen Umriß, den ich mit den verschiedensten Elementen zu füllen versuche. Ich habe ein paar Jazz-Parts, reichlich Disco, etwas Soul und Deep-House genommen, und das so gut wie möglich kombiniert. House wird im allgemeinen musikalischer. Es gibt eine Menge Leute, die nicht mehr stur auf den Piano-Track setzen, da werden die unterschiedlichsten Elemente hinzu addiert. Meine Wurzeln liegen allerdings eindeutig im Disco, Bobby Orlando z.

B. hat mich sehr inspiriert.\" Trotz dieses eindeutigen Bekenntnisses wirkt die Arbeit ARMANDOs in seiner Abwendung vom klassischen Chicago-House keineswegs eindimensional ausgerichtet, was vor allem dann auffällt, wenn man die Vinylversion des Albums mit der CD vergleicht, welche - quasi als Listening-Issue im Gegensatz zum deutlich DJ-orientierten Vinyl - ungleich moodiger ausfällt und die High-Energy-Sounds gerne mal entspannt zurücktreten läßt, was ein Ambiente erzeugt, wie man es so noch am ehesten auf den Produkten von Drum & Bass-Grenzgängern wie GOLDIE oder 4 HERO wiederfindet. \"Jungle ist cool, ich liebe vor allem GOLDIEs Style. Bei manchen Leuten hat man leider das Gefühl, sie wissen gar nicht mehr so richtig, was sie da eigentlich machen, aber größtenteils ist das Zeug ganz schön vorne. Kommerziell läuft das allerdings überhaupt nicht in den Staaten, nur auf den Undergroundparties ist es ziemlich im Kommen. Kanada hat eine große Jungle-Bewegung, speziell Toronto, ... and New York is kidding on it.\"
Inwieweit sich intelligent gemachte Club-Musik überhaupt im wirklich großen Stil verkaufen läßt, hängt für ARMANDO weniger vom Künstler als vor allem von der Arbeit seiner Company ab, was auch die hier so gern herbeigeredete Kommerzialisierung von \"Strictly Rhythm\" eindeutig in ihre Grenzen weist. \"Wie erfolgreich du bist, hängt sehr von deinem Label ab. Bei ‘Strictly Rhythm’ z. B. muß man ständig dranbleiben, um überhaupt mitzubekommen, was die veröffentlichen, weil die einfach keine Promotion machen. Was ‘Radical Fear’ betrifft: FELIX hat, glaube ich, so ziemlich sein Interesse am Label verloren, er macht seinen eigenen Kram. Rein technisch ist das immer noch seine Firma, aber er ist lange nicht so involviert, wie die Leute es von ihm annehmen. Ich bin froh, mit ‘Play It Again Sam’, also mit den Leuten hier in Europa, zusammenzuarbeiten, die haben viel eher die Kontrolle. Die machen den Zeitplan, die komplette Promotion, eben alles, was getan werden muß, um den Leuten zu sagen, daß eine neue Platte veröffentlicht wird.\"



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aus Intro #34 (Mai 1996)
 
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