Adolf Noise
des wahnsinns fette beute
20.04.1996, 22:22, Text: Autor unbekannt
Hans-Albers-Klause, Hamburg St. Pauli, Samstagmittag gegen 14 Uhr. Marc Nesium, seines Zeichens Haus-Grafiker des 'Plattenmeister'-Imperiums und neben FISHMOB-DJ Koze eine Hälfte des Duos ADOLF NOISE, hat sich nach der zweiten Flasche Flens von der hier herrschenden fuselschwangeren Frühschoppen-goes-Überdosis-Stimmung infizieren lassen und nutzt erste Kontakte mit Personal und Gästen zur Einholung von Informationen und Überprüfung des eigenen Popstarstatus. 'Entschuldigung, kennen Sie ADOLF NOISE?' - 'Was?!' - 'Ob Sie ADOLF NOISE kennen?' - 'Ich kenn nur Alois Neuss, der hat hier mal saubergemacht.' 'Aha, der hat hier also `ne Zeitlang gewischt?' - 'Richtig.' - 'Und, wie lang war der hier?' - 'Och, der war ziemlich lange hier.
'Seid ihr nicht gerade dabei, eine eigene Existenz aufzubauen?' - 'Nee. Damit verdient man ja kein Geld. Uli (Inhaber der Firma ‘Plattenmeister’, A. d. V.), der macht das ganze Geld. Der scheffelt Millionen.' - 'Jawohl, tausend Millionen.' - 'Uli ist der absolute Inbegriff von Sozialismus. Er nutzt die Bands aus. Schamlos nutzt er die aus. Er sucht sich immer frische Bands und hat die dann alle auf seinem Label, damit das ein Kultlabel wird ..., aber zahlt denen kaum Geld. Die Bands machen alles für ihn, weil sie Bock haben, weil er auch irgendwie `ne Ausstrahlung hat, weil er auch so'n Guru ist, aber er gibt kein Geld aus. Keiner stellt das fest. Nur das ADOLF NOISE-Projekt hat das jetzt festgestellt.' Soso, Sozialismus. 'Na ja, so ganz stimmt das auch nicht, Uli ist schon ganz in Ordnung, aber wir müssen alles für ihn machen, denn er ist tierisch auf H. Den letzten Bilanzen nach schon seit ein paar Monaten. Er veröffentlicht ständig irgendwelche Scheiß-Platten, weil er die Kontrolle einfach verloren hat.'
'Unsere Platte ist aber nicht scheiße. Das fanden nur die STERNE, bei euch im Heft.' - 'Jetzt wollen wir uns dagegen wehren, weil das darf irgendwie nicht vorkommen. Wahrscheinlich gehen wir vor Gericht.' Herr im Himmel, ein vernünftiges Wort nur ..., möglicherweise ein wenig Erläuterung zum Album, wäre das denn wirklich zuviel verlangt? 'Den Titel ‘Wunden, Siehe Beine Offen’ haben wir aus einem Gesundheitslexikon. Da stand unter ‘Wunden’: ‘siehe Beine offen’. Weil alle Wunden nämlich offene Beine sind. Das ist so. Das weißt du doch bestimmt auch, gerade du müßtest das doch wissen.'
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