Seven Mary Three

gute schule des rock’n’roll

12.04.1996, 10:24, Text: Autor unbekannt

SEVEN MARY THREE werden in den USA als einer der heißesten Newcomer im Bereich „Modern Rock“ gehandelt, ihre Debüt-Single „Cumbersome“ im Rock-Radio bis zum Exzeß gedudelt und das zweite Album „American Standard“ (der Vorgänger war eine private No-Budget-Produktion) hat bereits über eine halbe Million Abnehmer gefunden. Vor allem die Kids fahren ab auf die griffigen, melodiösen Songs der vier College-Freunde. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn sie dich nach dem Konzert umarmen und dir sagen, wieviel ihnen deine Musik bedeutet.“ Einen neuen Standard setzt die Südstaaten-Band natürlich nicht.

Das Einflußspektrum reicht von den BEATLES („Meine Eltern haben die jeden Tag gehört“) über die eingängigen Gitarren-Sounds von REM bis zu 90s-Heroen wie PEARL JAM. Jason Ross klingt dabei wie der stimmliche Zwilling von Eddie Vedder. Und wie man dynamische Songs schreibt, haben sie ein bißchen bei LIVE abgeguckt. Teile der US-Presse beschimpfen den Stil der Band zwar als „grungiges Malen-nach-Zahlen“, aber Journalisten kaufen bekanntlich keine Platten.
Der eher unkomplizierte Stil kommt nicht von ungefähr: Jason Pollock - “Bei uns auf dem Land gründen die Kinder keine Bands, sondern lernen etwas Anständiges“ - wollte eigentlich Geschichtslehrer werden. Auf dem College lief ihm Namensvetter Ross über den Weg, der konnte ein bißchen singen. Pollock kaufte sich eine Gitarre und übte täglich sieben Stunden wie ein „dämonischer Irrer“. Als Akustik-Duo spielten sie ihr erstes Konzert auf dem Campus, in den Kumpels Giti Khalsa (dr) und Casey Daniel (b) fanden sie dann zwei weitere Anfänger, die ebenfalls schnell dazulernten.
„Ich hab’ es ja vorher nie geglaubt, aber diese ganzen Rock’n’Roll-Stereotypen existieren wirklich. Der Erfolg bringt, äh, Gelegenheiten mit sich, die einen jungen Mann wie mich ganz einfach ansprechen.“ Vielleicht sollte ich auch mal eine Band gründen.



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aus Intro #34 (Mai 1996)
 
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