Brotherhood

die dunkle brüderschaft

22.03.1996, 21:40, Text: Autor unbekannt

„Mad Headz“ - \"Retrospektiv die Zeit, in der wir Breakdancing und Graffiti gemacht haben. Wir waren damals alle ein wenig verrückt, wurden oft verhaftet, haben uns mit Skinheads oder sonstwem auseinandergesetzt, und es war uns ziemlich egal, was über uns geredet wurde.\" Alte Schule sozusagen, ist laut Shylock auch ziemlich früh kurz nach Amerika losgegangen.
„Pride“ - \"Seit meinen frühen Tagen hing ich immer mit Gruppen von Leuten ab, Packs, Posses, nicht Gangs. Wir waren immer so 20 bis 30 Leute, die zusammen auf Parties, Jams oder ins Kino gingen. Im Grunde geht es darum, stolz auf seine Herkunft und seine Freunde zu sein, diese Verbindung als Allianz zu sehen, einfach eine Gruppe zu sein, die zusammen etwas macht und das gleiche Ziel vor Augen hat.\" Der Weg schien da unterschiedlicher.
„One Shot“ - \"Im Leben erhältst du manchmal nur eine Möglichkeit, die richtige Entscheidung zu treffen, eine einmalige Chance, deinem Leben eine Wendung zu geben.

Das Stück ist über unsere Erfahrung mit diesem Punkt. Mein Vers ist über meine Entscheidung, nicht weiter kriminell zu sein. Mein Kumpel P., der im Stück vorkommt, entschied anders. Letztendlich wanderte er in den Knast, während ich Rap-Platten mache.\"
„Alpabethical Response“ - \"Unser Grundverständnis von Rap als verbale Erwiderung und Ausdruck dessen, was auf der Straße vor sich geht. Ein MC reagiert mit Buchstaben auf seine Umwelt.\"
„Punk Funk“ - \"Die gleiche Einstellung, die im Punk zutage trat, haben wir gegenüber unserer Musik, britischem HipHop.\"
„British Accent“ - \"Who´s got the aura relief. Es gibt einfach noch eine Menge britischer MCs, die den amerikanischen Akzent benutzen. Wir glauben, daß unser eigener Akzent so etwas wie eine Erleichterung ist, und hoffen, daß die Amerikaner in absehbarer Zeit auch Gefallen daran finden werden, etwas Neues und Frisches zu hören.\"
„Nominate“ - \"Wir nominieren britischen HipHop als Bestandteil der weltweiten HipHop-Szene und setzen den britischen Fuß ein Stückchen weiter in die Tür.\" Doch nicht nur lyrisch, auch musikalisch pochen sie auf Eigenständigkeit und sind über Vergleiche nicht sehr erbaut. Ihre Musik ist über die Jahre hinweg entstanden und zeichnet einen sehr eigentümlichen, bisweilen dunklen, aber auch smoothen Vibe aus.
„Clunk Click“ - \"Wir zeigen Bilder des dunklen Londons/Großbritanniens auf und geben sie über Vergangenes zu verstehen, als Großbritannien noch nicht aufpoliert wurde, als alle wußten, daß GB ein wirklich dunkler und schlimmer Ort ist. Es gab den Dungeon, den Tower, Jack the Ripper ...\" Und heute? „Dark Stalkers“ - \"Die Regierung, die Polizei, alle Menschen, die sich in höheren Positionen befinden, sagen, daß sie die richtigen Antworten haben, daß sie gerecht sind und den Weg der Rechtschaffenen beschreiten, den sie den Pfad des Lichtes nennen. Im allgemeinen hat sich jedoch erwiesen, daß sie verkehrt lagen, sich die Taschen voller Geld gefüllt haben und eine Politik verfolgen, die die unteren Klassen und Minderheiten sowie die Masse in den größeren Städten degradiert. In ihrer Logik befinden sich all diese Menschen, zu denen wir uns zählen, auf dem Pfad der Dunkelheit. So haben wir uns ‘Dark-Stalkers’ (dunkle Pritschenjäger?!, A. d. V.) genannt, weil wir eben so gesehen wurden. Was wir sagen, ist, schaue nicht zum Licht, denn dort findest du keine Antworten. Je mehr du im Pfad des Lichtes involviert wirst, desto leichter wirst du zu manipulieren und zu korrumpieren sein und als Schaf in der Herde enden.\" Für BROTHERHOOD ist die Verankerung im Untergrund, aus dem sie erwachsen sind und auf den sie sich nach wie vor beziehen, wichtig.
„One“ - \"... die Verbindung von Unterschiedlichkeiten am Beispiel von uns selbst - one mix, one black, one yild (gemeint ist damit ihre eigene unterschiedliche ethnische Herkunft, A. d. V.). Wir sind eine Trinität, arbeiten mit unseren Stärken und Schwächen, sind füreinander da, helfen einander. Das ist die Basis von Einigkeit, aus der Verständnis und Harmonie erwächst, zum Vorteil für jeden von uns.\"



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aus Intro #33 (April 1996)
 
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