Freaky Fukin Weirdoz

erst mal 'n kaffee machen!

13.03.1996, 10:39, Text: Autor unbekannt

\"Als wir uns nach anderen Firmen umschauten, kam Kalle Trapp, der schon ‘Mao Mak Maa’ produziert hatte, auf uns zu und meinte, er würde ein Label aufmachen. Eine Alternative wäre ‘Gun-Records’ gewesen, die aber leider Teil der ‘BMG’-Familie sind, mit der wir nichts mehr zu tun haben wollten. Also entschieden wir uns für Kalles ‘Enjoy’-Label, weil er in seinem Studio bei Hamburg einfach einen geilen Sound fährt. Außerdem wollten wir wieder mit einem kleinen Team von Leuten zusammenarbeiten. Bei ‘RCA’ lief immer mal was schief, was dann nicht zurückverfolgt werden konnte, hier wissen wir immer, wen wir ansprechen müssen.\"br> Nach acht Jahren FREAKY FUKIN' WEIRDOZ sieht das Résumé, eine von Gringo verfaßte Biographie, recht positiv aus und in die Zukunft, nur beim Stichwort \"Verkauf\" kann er es sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, daß \"Ihr ‘Culture Shock’ auch KAUFEN könnt, nicht wieder von Euren Kumpels tapen, wie sonst immer!\" Die Verkaufzahlen von \"Mao Mak Maa\" waren - gemessen am Aufwand (\"Hit Me\"-Duett mit NINA HAGEN, Videos, große Hallen etc.) - für „RCA“ ausschlaggebend, den Vertrag nicht zu verlängern.


Die neue Zusammenarbeit mit dem Vertrieb \"Semaphore\" muß sich erst bewähren, allerdings kann man prognostizieren, daß der Band in Zukunft weder die große Kohle winken noch ihre Hörerschaft bedeutend wachsen wird, befindet sie sich doch in einem Zustand, in dem Nörgler \"nichts Neues\" rufen und Fans die neue Platte mit einer gewissen Selbstverständlichkeit konsumieren werden. Dabei hieße es natürlich, Eulen in den Brunnen schmeißen, würde man von den WEIRDOZ verlangen, etwas grundsätzlich Neues zu machen. Als Superstars untauglich, weil nicht trendgerecht genug, qualitativ jedoch weiterhin in der ersten Reihe, müssen sie mit ansehen, wie glattere Bands mit höheren Verkaufszahlen an ihnen vorbeiziehen. \"Wenn dich dieses Geschäft anpißt, solltest du dich nicht hineinbegeben. Es gibt schon einige junge Bands, die auf den Zug aufgesprungen sind, z. B. die H-BLOCKX, was mir immer noch ein Rätsel ist ... Nein, die sind einfach massenkompatibler, zugänglicher. Andererseits tun solche Bands in gewisser Weise auch etwas für uns, für unsere Art von Musik, die den Leuten durch deren Hits mit nähergebracht wird.\" Und gäb' es nicht die Hits, die einige Leute so sehr nerven, daß sie sich zusammentun, um dann wieder neue, extremere Wege ...
Seit März sind die FREAKY FUKIN' WEIRDOZ wieder unterwegs, in überschaubarem Rahmen. Die \"Kenner\" gehen sowieso hin, und die, denen es auffällt (Wo war die Promo?), oder die, denen \"Spaceman\", \"Pop Music\" und der ganze Kinderkram auf die Nerven geht, sicherlich auch.



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aus Intro #33 (April 1996)
 
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