Schweisser
variationen zum thema
07.03.1996, 21:09, Text: Autor unbekannt
Nach der ausgiebigen „Eisenkopf“-Tour hatten sich die Herren aus dem Weißwurst-Land im letzten Sommer übergangslos an die Arbeit zu „Willkommen Im Club“ gemacht. „Eigentlich sind wir aus dem Bandbus ausgestiegen und haben sofort den Proberaum aufgesucht, um mit neuem Material anzufangen. Großartige Gedanken hatten wir uns bis dahin nicht gemacht, nur daß am Ende kein langweiliger 08/15-Metal herauskommen sollte, war klar. Um andere Eindrücke von Musik zu gewinnen, haben wir eine Zeitlang überhaupt kein Heavy-Zeug gehört, sondern Klassik und volkstümliche Musik oder Pop. Viele der neu gewonnenen Eindrücke ließen wir in unsere Arbeiten einfließen.
Vordergründig erkennbar sind diese Sound-Tüfteleien jedoch nicht, sie erschließen sich erst bei mehrmaligem Hören. Nicht nur die Sounddichte hat sich durch diese Ingredienzen erhöht, minimal sind die SCHWEISSER auch härter geworden, was vor allem auf Stücken wie „Willkommen Im Club“ zu hören ist. Die zweite Hälfte der Platte kommt offener daher, der Hörer wird für sein Durchhaltevermögen sozusagen mit etwas leichter konsumierbarem Material belohnt. Buffo Völker (g.) bestätigt das: „Man muß die Platte tatsächlich zweigleisig sehen. Sie ist schon härter, lauter, schneller geworden, Stücke wie ‘Malaria’ (in dem als Hommage ein Zitat aus FAITH NO MOREs ‘Zombie Eaters’ auftaucht, A. d. V.) oder ‘Immer Im Kreis’ beschreiten aber andere Wege. Es wäre ja auch ein leichtes gewesen, eine Platte zu machen, die in etwa so ausfällt wie ‘Eisenkopf’. Eine so billige Nummer wollten und können wir nicht abziehen. Die Musik muß auch immer eine gewisse Heraus- oder Anforderung darstellen. Keiner von uns hat etwas davon, wenn die Stücke nach einiger Zeit langweilig werden, auf Tour müssen wir sie schließlich fast jeden Abend spielen. So haben wir uns weiterentwickelt und uns Wege offengehalten, die wir eventuell in Zukunft einmal beschreiten wollen. Vielleicht wird das nächste Album schon wieder ganz anders.“
Ob „Willkommen Im Club“ schon so kurz nach dem Überraschungserfolg „Eisenkopf“ erscheint, da man seitens der SCHWEISSER nicht darauf warten will, bis auch der letzte „Major“ eine Klonband aus dem Boden zerrt, die sich vom Erfolgskuchen ein Stück sichern soll? Das vermehrte Auftauchen von Bands wie DIE ALLERGIE oder KIND TOT scheint diese Vermutung zu nähren. Sorgen sollten sich die Herren der glühenden Drähte jedoch nicht, gehören sie doch neben FLEISCHMANN, die sich mittlerweise ja leider poppigeren Gefilden zuwenden, zu den Bands der ersten Stunde. Und welche andere Trashmetal-Band läßt zu ihrer Musik ein Saxophon erklingen?
Und überhaupt: Begründer eines „Clubs“ sollten doch wohl selbst entscheiden dürfen, wer eingelassen wird und nicht!
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
MEIST GEKLICKT
- 01 Wes Anderson / Moonrise Kingdom...
- 02 Light Asylum - im South by Southwe...
- 03 The Hives - Größenwahn als Inszenierung
- 04 Woodkid / Yoann Lemoine - Vom Kind...
- 05 Best Coast - Coverstory
- 06 Damon Albarn - Ich habe immer das ...
- 07 Friends - Live is life
- 08 Im Koffer der... - Scissor Sisters
- 09 Auf Reisen mit... - Ladyhawke
- 10 Hot Chip - Auf dem Laufsteg
- ... mehr
INTRO-TV
- » ESC 2011: Unsere Favoriten...
- » SXSW / South By Southwest 2011...
- » In Bed With Kreator - Videobl...
- » So wars bei der Gamescom - In...
Gruppen
Berlin Boom Orchestra
„Berlin Boom Orchestra - der Sound der erfolgreichen deutschen Ska- und Reggae-Band bringt euch garantiert zum Tanzen. Nach drei Jahren spielt die Band inzwischen in ganz Deutschland und avancierte zu einer der beliebtesten deutschsprachigen Skabands.“ [Riding Higher Festival, 2010]




