Mucky Pup

jetzt bin ich der großvater ...

21.01.1996, 16:43, Text: Autor unbekannt

Chris Miles ist mal wieder aus dem Quark gekommen und hat das neueste Werk, schlicht „Five Guys In A Really Hot Garage“ betitelt, auf den Markt gerotzt. Weshalb dabei diesmal nur ein paar Tröpfchen herauskommen und nicht wie bisher - und ganz besonders bei „Lemonade“ - dicke Schleimklumpen mit ein bißchen Soße drum herum, weiß der Geier. Recht kraft- und einfallslos kommt da aus den Boxen, was Herr Miles gerne gutreden möchte. Daß „Lemonade-Part II“ nicht zu erwarten war, ist schon klar, schließlich waren dies die Stücke, die live mit alten Knallern wie „The Skinhead Broke My Walkman“ nicht recht harmonieren wollten und vom Publikum eher zwiespältig aufgenommen wurden.
„Wir waren an einem Punkt angekommen, der sich als Sackgasse herausstellte.

Ich wechselte deshalb die Besetzung und versuchte, neu zu beginnen. Das neue Line-up steht seit einem Jahr, und ich fühle mich sehr gut dabei. Man könnte vielleicht sagen, daß das alte Feeling plötzlich wieder da war. Bei MUCKY PUP hat immer der Spaß im Vordergrund gestanden, und das ist jetzt auch wieder zu hören.“ Na ja. Nicht Spaß, sondern Langeweile regiert heute im Hause Miles. Vieles auf der neuen Scheibe wirkt unfertig (nicht spontan) und sogar billig. Am besten kommt da noch „Short Attention Span“ davon, die erste Single. Der sehr zynische Text und die Ohrwurmqualität dieses Stücks erinnern an beste Zeiten, doch leider ist fast der gesamte Rest („This Ain’t Workin’“, „Jail“, „Carter Farmer“ usw.) auf erschreckend niedrigem Niveau angesiedelt.
Erste Anzeichen dafür, daß Baby Chris alt, fett und satt wird? Vielleicht, denn schließlich meint er seine Position gesichert: „Ich muß mittlerweile nicht mehr jobben, sondern komme mit der Musik ganz gut über die Runden. Inzwischen bin ich lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie Verträge auszusehen haben. Außerdem arbeite ich mit keiner dieser Merchandising-Abzockerfirmen zusammen, wir machen alles selbst und können deshalb den gesamten Gewinn einstreichen. Ich bin jedenfalls mit meinem momentanen Lebensstandard sehr zufrieden und beklage mich nicht darüber, daß viele junge Bands in der Vergangenheit mit Trends, die wir mitbegründet haben, die große Kohle machen konnten. Ihr Erfolg ist sehr momentan, MUCKY PUP dagegen ist schon ewig dabei und immer recht gut im Geschäft.“
Ob die neue Scheibe allerdings diese Kontinuität fortsetzen wird, bleibt fraglich. So schlecht wie 1996 präsentierten sich MUCKY PUP selten zuvor. Wenn das mal nicht ein Vorbote für magere Zeiten ist ...



Artikel kommentieren
aus Intro #31 (Februar 1996)
 
  • Mehr Infos

  •  
Alle Artikel von Autor unbekannt
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 

Platten vor Gericht: Highlights

Platten vor Gericht: Highlights

Die wichtigsten Alben des Monats - und die härteste Jury der Welt. Jetzt mitmachen! [...mehr].

 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.