Mink Stole

sechs-tage-rennen

21.01.1996, 13:51, Text: Autor unbekannt

\"New Improved Band End\" heißt das Meisterwerk, welches die Schwaben in nur sechs Tagen unter der Regie von Dave Sardy in New York aufgenommen haben. Drei Tage Aufnahmen und weitere drei für den Mix ist ein rekordverdächtiger Zeitraum, der aber - laut Aussage der Band - ohne Sardy, der schon für SLAYER und die CHILI PEPPERS die Regler verdrehte, nicht möglich gewesen wäre. \"Bei unserer ersten Platte konnten wir uns keinen Produzenten leisten, dementsprechend ist ‘Eats Head Of Owner’ auch ausgefallen. Der Typ, mit dem wir damals gearbeitet haben, war kein richtiger Produzent, eher ein ‘Engineer’. Mit dem sind wir häufiger aneinandergeraten, wenn es darum ging, wie die Platte denn klingen solle.

Im nachhinein sind wir mit ihr nicht zufrieden, sie klingt zu clean für den Sound, den wir machen. Dieses Problem wollten wir bei der neuen Platte von vornherein umgehen, indem wir einfach unserem Lieblingsproduzenten ein Tape mit neuen Stücken zugeschickt haben. Steve Albini war im Gespräch, wollte den Job auch machen, da ihm unser Material gefiel, sein Terminkalender ließ eine Zusammenarbeit aber nicht zu. Dann habe ich dem BARKMARKET-Gitarristen Dave Sardy ein Tape geschickt, weil deren ‘Gimmick’-Platte, die er selbst produziert hat, einen so obergeilen Sound hat, und er war total begeistert von unseren Sachen.\"
Sardy, der im BARKMARKET-Live-Mischer Greg Gorden gute Unterstützung fand, verpaßte dem Sound von MINK STOLE genau die Ecken und Kanten, die dieser benötigt, um voll auf die Zwölf zu gehen. Sänger Ian bescheinigt den beiden, einen \"Höllenjob\" hingelegt zu haben, schafften sie es in der Kürze der Zeit sogar noch, Verbesserungsvorschläge unterzubringen. \"Gerade was meinen Gesang angeht, hat mich Dave auf einige Sachen aufmerksam gemacht, die mir vorher gar nicht so aufgefallen sind. Es war fast ein Lehrer-Schüler Verhältnis, aber damit habe ich keine Probleme, denn ich habe sehr viel von ihm gelernt.\"
Mal abgesehen von den positiven Erfahrungen um die Aufnahme von \"New Improved Bad End\" sorgt die Tatsache, eine neue Plattenfirma im Rücken zu haben, die voll hinter der Band steht und ihr Möglichstes versucht, für Aufbruchsstimmung im Lager der Stuttgarter. Eigentlich kann es nur besser werden, denn schlechte Erfahrungen und daraus resultierende Ernüchterung gab es in der Vergangenheit genügend.
Stilistisch irgendwo im Konglomerat zwischen HELMET und COP SHOOT COP angesiedelt, braucht sich der \"Schwabenpfeil\" keinesfalls zu verstecken, denn genannten steht er in nichts nach. Mit Stücken wir \"Blood From The Sole\" oder \"Into The Water\" begibt sich die wohl amerikanischste deutsche Band mit Sicherheit auf fruchtbaren Boden, denn die \"Alternative-Gemeinde\" wird diese zu schätzen wissen.



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aus Intro #31 (Februar 1996)
 
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