Air Miami
teenbeat generation
19.01.1996, 19:05, Text: Autor unbekannt
Mit 13 Songs, aber lediglich 36 Minuten Spielzeit fällt \"me.me.me.\" vergleichsweise kurz aus. Mark Robinson: \"Es war definitiv ein bewußter Schritt, kürzere Songs zu schreiben. 'Hydro' (in diversen Versionen auf bis zu 33 Minuten Länge veröffentlicht - A. d. V.) hatte live immer eine andere Länge, von 2 bis 20 Minuten, über die der Schlagzeuger entschied. Nach 15 Minuten wurde ich krank ...\" (Gelächter). Geblieben ist die Ironie als Form der Ästhetik und Mittel, sich nicht richtig greifen zu lassen und damit Tendenzen zu entziehen, zum Identifikationsmodell zu werden.
AIR MIAMI ist als Fortschritt verinnerlicht, ganz gleich, was andere denken mögen.
Eine weitere grundlegende Entscheidung war, auch die Textlänge zu reduzieren. Die Begründung folgt wieder unter dem Deckmäntelchen Ironie: \"Ich kann sie mir nicht alle merken, 'I Do Believe You're Blushing' zum Beispiel - keine Ahnung mehr, wie er geht.\" Auch die persönliche Note haben sie den Texten entzogen, mit der Folge, nun häufig Allgemeines zu karikieren und dazu einen sonderbaren Humor an den Tag zu legen wie bei \"World Cup Fever\", das im Vers-/Megaphon-Teil tatsächlich die Zeile \"Autographen Sie hier\" enthält. In diesen Zusammenhang paßt auch der Spaß, den sich UNREST erlaubt hatten, auf der \"Cath Carroll\"-EP Simon Le Bon (Sänger von DURAN DURAN - A.d.V.) als Produzenten anzugeben. Was natürlich der bare Unsinn ist. Mark: \"In allen UNREST-Interviews mußten wir vorgeben, daß das stimme, und uns Geschichten über Simon Le Bon ausdenken. Wir haben es auch dem Spin!-Magazin gesagt, damit sie eine Plattenkritik schreiben. Die Leute von Spin! zweifelten daran, riefen beim Manager von DURAN DURAN an und fragten ihn: 'Stimmt es, daß Simon diese Band UNREST produziert?' Der Manager hatte nie von uns gehört, aber er wollte nicht, daß sie denken, Simon würde es nicht tun, nur für den Fall, daß es ein Nebenjob sei, und so sagte er: 'Oh ja, das stimmt.'\"
Über das Stiften von so viel heilloser Verwirrung im Lager auf der anderen Seite des Flusses läßt sich gut schmunzeln, darüber hinaus stellt es nach wie vor ein patentes Rezept dar, wie man dem Löwen (auch in Form eines Deals mit „Matador“, den Mark als \"TeenBeat\"-Labelbetreiber eingegangen ist) ins Auge sehen kann. Dem Leitsatz „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ entgegenwirkend, wird gezieltes Verwirren und Unterwanderung betrieben, bis irgendwann keiner mehr irgendetwas glaubt. Nach wie vor nicht das schlechteste Rezept, Ideologiestandorte or whatever nach allen Seiten zu schützen.
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Heavy Load heißt die Punkband. Sie bricht alle Regeln, denn sie kennt keine Regeln. +++ Stay Up Late! heißt ihre Kampagne, mit der sie das Recht für Behinderte fordern, nachts so lange ausgehen zu dürfen, wie andere auch. http://stayuplate.org
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