The Walkabouts
wanderer zwischen den welten
10.01.1996, 12:03, Text: Autor unbekannt
CHRIS: Ich würde sagen, das geht in die Richtung von \"Findlay's Motel\" (ein Song von \"New West Motel\", der auch schon Strings hatte - A. d. V.). Aber das war nur ein Quartett. Wir nehmen jetzt mit den Warschauer Philharmonikern auf. Ein halbes Dutzend Songs mit Strings. Die Arrangements stammen von Mike Nichols, der auch \"Findlay\" machte. Er ist sehr talentiert.
CARLA: Ja, er sucht immer nach den seltsamen Nuancen in der Klangwelt der Streicher. Und wenn du die richtigen Streicher findest, die eine Herausforderung darin sehen, die eher ungewöhnlichen Töne zu finden, ist das großartig.
INTRO: Augenblick mal: Streicher, CHRIS & CARLA, TINDERSTICKS - war da nicht mal was?
CHRIS: Ja ja, ganz schön ironisch: Als wir die TINDERSTICKS trafen, sprachen sie über die Arrangements, die sie auf ihrem zweiten Album verwenden würden.
Es ist interessant, unsere Songs haben sich durch die Streicher überhaupt nicht verändert, es sind immer noch typische WALKABOUT-Songs - nur mit wesentlich erweiterten Arrangements. Ich schreibe zwar so ziemlich die Songs, aber wir arrangieren sie als Band.
CARLA: Wir arbeiteten neun Monate an den Arrangements. So lange haben wir noch nie gebraucht.
INTRO: Es hat sich gelohnt: Der dynamische Umfang ist durch den Einsatz der Strings enorm gestiegen, er verleiht den Songs mehr Tiefe. Der Schwermut ist das recht zuträglich ...
CHRIS: Wir haben aber auch zwei Rock-Stücke mit Strings. Natürlich hast du bei den Balladen mehr Raum, aber wir werden sehen, wie es wirkt.
INTRO: Stichwort Raum: Um Platz für die Strings zu lassen, mußten die Arrangements natürlich extrem transparent sein. Wie geht ihr bei der Produktion vor?
CHRIS: Die Songs waren alle fertig, als wir ins Studio gingen. Wir hatten sie vorher auf Tour in den USA schon gespielt, dann nahmen wir alle Tracks - Gitarren, Drums, Keyborads - zusammen live auf.
CARLA: Nur ich war in einem anderen Raum mit meiner akustischen Gitarre, damit die Drums nicht störten.
Das erklärt den glasklaren Gitarrensound, der sich ja gegen das Orchester behaupten muß. Übrigens wirken die Streicher, im Gegensatz zu anderen Projekten dieser Art, niemals bombastisch, zum einen sicher das Verdienst von Mike Nichols, zum anderen aber das des Produzenten Victor Van Vlugt (u. a. NICK CAVE), dem man ein sicheres Gespür für die veränderten Umstände attestieren kann.
Darauf, wie das Ganze bei der im März anstehenden Deutschlandtour umgesetzt wird, darf man gespannt sein. Recht komplex strukturiert sind die Songs allemal, mit vielen dynamischen Passagen, einer sehr zurückhaltenden E-Gitarre und eben - Streichern. Keyboarder Glenn Slater wird ganz schön gefordert werden. Aber die WALKABOUTS sind ja verschärfte Bedingungen gewohnt, was das Livespielen betrifft ...
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