Chemical Brothers
15.08.1995, 10:10, Text: Autor unbekannt
Schamlos nehmen sie das Beste von allem und ziehen es einmal kräftig durch den Dreck. Ihre Tracks sind pure Tanzbodenhämmer, geprägt allerdings von einer Brachialität, die durchaus mit den Feedbackorgien der Psychocandy-Ära von THE JESUS AND MARY JANE zu vergleichen ist. Sie sehen aus wie das Tier aus der Muppetsshow und Kevin Keagan mit Alibi-Faconschnitt, und ihr Sound schreit nach schwarzen Lederjacken. Tom und Ed starteten als DJs unter dem Namen DUST BROTHERS in den sogenannten Backrooms der Clubs, in denen den DJs alles erlaubt ist und in die kein ernsthafter Clubber jemals seinen Fuß setzen würde. Je populärer die Brüder wurden, desto mehr wurden auch die verrufenen Hinterzimmer zu Plätzen, die nur noch mittels alpiner Expeditionen über die P.A.-Türme ereichbar waren.
Eine gerade im Dancefloorbereich recht ungewöhnliche Situation für eine Band, über die mal jemand wohlwollend meinte, sie würde immer klingen, als könnte sie noch einen Tag Studio vertragen. Ed mag es nun mal rauher, und Tom bevorzugt es sogar, wenn alles ein wenig falsch klingt. Am liebsten ereicht er das mittels einer Unmenge gezielt deplazierter Samples. Obwohl in England, nachdem SHUT UP AND DANCE der Prozeß gemacht wurde, die Angst umgeht, ließ er sich auch bei der Arbeit für das jetzt erschienene Album \"Exit Planet Dust\" nicht von seiner Leidenschaft abbringen. \"Ich werde weiter samplen. Ich liebe es, kleine Stückchen von anderleuts Musik in meine eigene einzubauen. Aber ich würde sie später nie als Hook oder Chorus einzusetzen ... Ich nehme nur Schnipselchen, blase sie auf und bastel meinen eigenen Sound. Es gibt nichts Schöneres, als Dinge aus ihrem Zusammenhang zu reißen und in einen neuen Kontext zu setzen. Eigentlich bin ich Sammler, ich sammle Fetzen fremder Musik, bis ich mein Album voll hab', ... dann mache ich was Eigenes draus.\" Die ideale Möglichkeit für das straffreie Herumspielen mit dem geistigen Eigentum anderer ist Remixen. CHEMICAL BROTHERS-Mixe sind begehrt. Von PRIMAL SCREAM über THE CHARLATANS bis zu MANIC STREETPREACHERS liest sich die Liste derer, die sich ihre Tracks von den Brüdern verhunzen ließen, wie das Who's Who des britischen Pop. Momentan arbeitet man am bisher ersten OASIS-Mix. Bis der fertig ist: \"Exit Planet Dust\" hören und Haare wachsen lassen!
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Mit ihrem Stilmix aus Punkrock, Ska und verschiedenen Folk-Einflüssen wurde Mutabor seit ihrer ersten Veröffentlichung (1997 Virgin) oft als deutscher Vertreter des Folk-Punk geführt. Mit ihrer zweiten Veröffentlichung (2001 Makanabeat / Soulfood) erweiterte die Band ihr musikalisches Spektrum in Richtung Pop und Reggae.




