Naked Navy

im geiste der beatniks

01.08.1995, 11:12, Text: Autor unbekannt

Der Geruch von Schweiß und Straßendreck durchzieht die Luft. Das rohe Lebensgefühl zeugt von swingender Aggressivität und einem ausgeprägten Sinn für Leidenschaft und Laster. Als gestandener Punkrocker kennt Ale die Ideale, deren Motivik die Beatnik-Literaten adaptierten (\"Ich bin ein Jazz-Poet, der einen einsamen Blues spielt\", Jack Kerouac). Doch wie fängt man diese Atmosphäre 1995 ein? Gemeinsam mit Kumpel Psycho 1, in der Zwischenzeit ebenfalls Zitrone außer Dienst, bildet er den Teil innerhalb des neunköpfigen Hamburger Unternehmens NAKED NAVY, der sein musikalisches Handwerk bei den glorreichen Punkrockern der Spät-70er erlernte. Gemeinsam mit einer Reihe gestandener Jazzer um den Pianisten Jonas Landschier spielt die Band die Art tanzbarer Rhythmen, die dem tatsächlichen Charakter der Musik gerecht werden.

Smoothe Vibes, handgemacht und funky, schlicht, unspektakulär und verdammt sexy. \"Eine neue Erfahrung, zehn oder zwanzig Minuten immer den gleichen Beat zu schlagen, und trotzdem macht es einen an\", schwärmt Ale. NAKED NAVY wissen, wo der Hammer hängt. Ihre Bläsersätze sind schräg. Die Beats sind eigenwillig, versprühen einen livehaftigen Charme. Die Dynamik einer Big Band gibt der Musik ihren wahren Charakter zurück.
Als Gast holte die Band den einen engagierten Ur-Jazzer ins Studio, der zeitweilig ein paar Mark mit schrägem Schlager machte. Bill Ramsey lieh zwei Songs des NAKED NAVY-Debüts, \"Scream Of The Hounded\", sein unverwechselbares Organ. Das Album: ein All-Star-Projekt mit Tanzcharakter und Seele, einem Schuß Düsterkeit im Herzen und meilenweit entfernt vom aufgesetzten Chic einer Dancefloor-Konserve.



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aus Intro #27 (September 1995)
 
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