Banco De Gaia

last train to lhasa

17.07.1995, 17:20, Text: Autor unbekannt

Toby Marks hat mit dem aktuellen BANCO DE GAIA-Album einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um die chinesische Gewaltherrschaft anzusprechen. \"Last Train ...\" läßt sich, bezogen auf seinen schönen und atmosphärischen Ambient-Pop-Charakter, zwar wenig mit Tibet in Verbindung bringen, bezüglich der Cover-Gestaltung und des Artworks aber läßt T. Marks keinen Zweifel daran aufkommen, daß die Chinesen ein Land für sich in Anspruch genommen haben, welches nicht das ihre ist.
Eine Unterstützung aus dem Bereich der modernen Klangerzeugung, mit der BANCO DE GAIA ein Publikum anspricht, das zum Entspannen geeignete Räume in Discotheken nicht belächelt.

\"Last Train ...\" wirkt wie eine Reise in eine Welt fernab der unsrigen. Instrumentelle Klangvisionen beamen den Hörer in ein Universum wärmender Wasserbäder, in dem man, von Wellen getragen, das Gefühl für Raum und Zeit ad acta legt. Tranceartige Zustände treten auf und werden von einer rhythmischen Einsatzweise unterlegt, die ungemein zum Tanzen anregt. Dieses Album ist ein hervorragend inszenierter Groove, wobei die Existenz von Schwachstellen nicht geleugnet werden darf (siehe Rezension in der Juni Ausgabe).
BANCO DE GAIA ist ein Projekt mit zukunftsweisendem Wesen. Musik für Menschen, die über den Tellerrand hinaussehen und in Themen wie Krieg und Gewalt keinen Sinn sehen. Wie aber erzählt man dies einem machtgierigen Politiker?



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aus Intro #26 (Juli / August 1995)
 
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