Pothead

kehrten seattle den Rücken zu

17.07.1995, 12:21, Text: Stefan Epping

In Eigenregie buchte man die erste Europatournee, noch bevor mit "USA" überhaupt der erste Longplayer erschienen war. POTHEAD wurden als Geheimtip gehandelt. Bereits zum Trio geschrumpft, verabschiedete sich nach Rick vor den Aufnahmen zum zweiten Realease (erschien auf dem zwischenzeitlich gegründeten bandeigenen Label "Orange Empire") auch noch Greg. "Er hatte einfach keine Lust mehr und wollte zurück nach Seattle, um dort mit alten Freunden herumzujammen. Zudem war er der Meinung, seine MOTHER LOVE BONE-Vergangenheit würde - insbesondere von den Medien - zu sehr in den Vordergrund gestellt", erklärt Sänger Brad.

Schnellstens mußte also ein neuer Schlagzeuger her, man inserierte in der lokalen Presse und fand den aus Olpe stammenden Sebastian Meyer, der sich eigentlich bei einer anderen Berliner Band bewerben wollte. Doch soviel zur Vorgeschichte. Nun liegt mit "Desiccated Soup" das neueste Werk vor, aufgenommen und abgemischt in jeweils einer Woche. Eine Fortsetzung der bewährt groovigen Tugenden? "Sicherlich haben wir unseren Stil nicht grundlegend geändert, dafür gibt es auch keinen Anlaß. Ich glaube, man merkt dem Album an, daß wir mittlerweile zu einer richtigen Band herangereift sind. Aber das sagt ja jede Band von ihrem neuen Album", bemerkt Sebastian richtig, denn mit innovativen Ideen wird der Hörer keineswegs erschlagen. Rockig, groovy, bluesig, dann und wann etwas soulig und wunderschön balladesk kommt auch der Neuling des sympathischen Dreiers daher und dürfte somit sowohl alte Fans zufriedenstellen als auch neue hinzugewinnen.
Zum Schluß erkundige ich mich beim Experten Jeff Dope noch nach der Bedeutung des wohltuenden Krauts für die POTHEADs: "Sicherlich ist Gras nicht unser Lebensinhalt, jedoch haben wir immer sehr viel Spaß damit, es macht halt sehr lustig." Soso.



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aus Intro #26 (Juli / August 1995)
 
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