Catherine Wheel

fahnenflucht

08.07.1995, 20:51, Text: Autor unbekannt

Davon jedenfalls konnte man sich auf ihren bisherigen Deutschlandgigs sowohl als Support der SMASHING PUMPKINS als auch im Vorprogramm von THE HOUSE OF LOVE selbst überzeugen. So geschehen im Jahre '92, im Zuge ihres vielgelobten Debüts \"Ferment\", welches der Band auch in unseren Breiten einen kleinen, aber treuen Fankreis einbrachte und noch heute unter Insidern hoch angesehen wird. Während der Vertrieb der Platte daheim in England mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war, avancierte das darauf enthaltene \"Black Metallic\" an der Westküste der Vereinigten Staaten zu einer wahren College Radio-Hymne, und im Spätsommer '92 rangierte \"Ferment\" gar unter den zehn \"Bestselling Alternative Acts\" - für eine in den USA debütierende britische Band ein phänomenaler Erfolg! Es folgte eine erste ausgedehnte Tour durch die Staaten, und bereits wenige Monate später, im Frühjahr '93, begannen CATHERINE WHEEL mit den Aufnahmen zum opulenten zweiten Album \"Chrome\", von dem die Band nun im nachhinein selbst erkennt, daß es wohl zu bombastisch und überladen ausgefallen war.

Nichtsdestotrotz ging's danach erst mal wieder auf Tour, genauer: auf große US-Tour, während man diesmal Großbritannien und das europäische Festland gänzlich aussparte. \"Nach dem Release von 'Chrome' konzentrierten wir uns in erster Linie auf Amerika, weil dort seit jeher die größte Nachfrage nach unserer Musik herrscht,\" so Sänger und Gitarrist Rob Dickinson. Damit dürfte CATHERINE WHEEL vermutlich die einzige britische Combo sein, die jenseits des Atlantiks weitaus erfolgreicher als in ihrer Heimat ist. Ein Umstand, der größtenteils auf ihren relativ \"unbritischen\" Stil zurückzuführen sein dürfte: \"Momentan empfinde ich eine weitaus größere Sympathie gegenüber amerikanischen Acts wie NINE INCH NAILS oder TOOL. Sie sind einfach glaubwürdiger. Britische Bands wollen nur den Rock'n'Roll-Star raushängen lassen und möglichst so klingen wie DAVID BOWIE.\"
Deutlich nachzuvollziehen ist diese verstärkte Orientierung am etwas härteren Sound der amerikanischen Alternative Scene auf ihrem vor wenigen Tagen erschienenen, grandiosen dritten Album \"Happy Days\", einer glühenden Verschmelzung großer, wehmütiger Melodien und wuchtiger, schimmernder Gitarren. \"Durch das lange Touren haben wir eine Menge gelernt. Wir sind besser, selbstsicherer geworden, und ich denke, 'Happy Days' zeigt uns zum ersten Mal so, wie wir wirklich sind. Amerika hat uns die Augen geöffnet und uns offenbart, welche Möglichkeiten in dieser Band stecken! Ich glaube, das kann man hören.\" Stimmt, kann man!



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aus Intro #26 (Juli / August 1995)
 
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