B>Thong

mehr als harte musik

05.07.1995, 11:05, Text: Autor unbekannt

\"Ich bin ein totaler Gegner der europäischen Vereinigung. Die EU bringt nur den reichen Leuten etwas, die ärmeren haben darunter zu leiden. Seitdem die Grenzen offen sind, kommt man hier leichter an Drogen als an Bier. Ich hasse alles, was abhängig macht. Die Leute mit geringem Einkommen müssen hart arbeiten und können sich nicht so um ihre Kinder kümmern, wie es vielleicht sein sollte. Die Kids hängen mit ihren Gangs herum und schmeißen Amphetamine ein, weil sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen, da die Jugendzentren dichtgemacht wurden. Drogen lassen dich innerlich ausbrennen, gerade wenn du noch sehr jung bist. Sie nehmen dir jegliche Perspektive für dein späteres Leben, wenn sie dich nicht schon vorher dahinraffen\", erklärt mir Tony, dessen eigener Bruder seit Jahren dem Gift verfallen ist.

Auch mit Alkohol und Fleischessern scheint er seine Probleme zu haben. Zwar fühlt er sich nicht gerade der \"Straight Edge\"-Bewegung zugehörig, deren Predigermentalität ihm zuwider ist, jedoch beschränkt er sich auf vegetarische Ernährung. B>THONG sei ohne Wenn und Aber eine sehr politische Band, die auf Mißtände aufmerksam machen wolle, erklärt mir Tony, muß auf meine Frage hin dann aber doch eingestehen, daß sein Engagement über textliche und mündliche Bekundungen kaum hinausgeht.
Nachdem die große Politik endlich abgehandelt ist, können wir doch noch ein wenig über das exzellente neue Album \"Damage\" plaudern, mit dem man rundum zufrieden ist. \"'Skinnes' war ein gutes Debütalbum, 'Damage' aber ist besser geworden, weil wir die Erfahrungen der damaligen Aufnahmen und unserer Tourneen mit einbringen konnten. Vielleicht liegt es auch daran, daß wir einfach mit unserer Musik gewachsen sind\", erläutert der Sänger die Veränderungen im Sound. Im Gegensatz zum Erstling ist das neue Album um einiges härter, vielleicht auch ein wenig experimenteller ausgefallen, den Grund dafür sieht Tony im besseren Harmonieren innerhalb der Band. Überhaupt gibt er sich sehr selbstbewußt, was die eigenen Belange und die schwedischer Musikerkollegen angeht: \"Die besten Bands der Welt dieser Musiksparte kommen eben aus Schweden! An MARY BEATS JANE oder MISERY LOVES CO. geht kein Weg vorbei.\" Ob er mit dieser Äußerung recht hat, mag jeder für sich selbst entscheiden, ebenso wie es der Geneigte mit dem Fleischessen oder den kleinen Räuschen hält. Everything in life is free ...



Artikel kommentieren
aus Intro #26 (Juli / August 1995)
 
  • Mehr Infos

  •  
Alle Artikel von Autor unbekannt
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 
Anzeige
 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]