Blitz Mob

"Die Organisation" - mehr als ein Sampler...

01.07.1995, 21:53, Text: Autor unbekannt

Bei der Doppel-LP \"Die Organisation\" handelt es sich nicht nur um einen Sampler, sondern - wie der Name schon andeutet - um die musikalische Repräsentanz einer Familie. Und diese Familie wohnt in einem Haus, das \"Blitz Vinyl\" heißt. Die Hauseigentümer sind RICK SKI, FADER GLADIATOR, FUTURE ROCK und D-TEX LAW. Und alle vier vertreten die Philosophie des Hauses auf konsequente Weise: \"Uns ist wichtig, was 'Blitz' macht und worauf wir Bock haben. Wir wollen 100% Eigenständigkeit, um von unserer Musik leben zu können, was zur Zeit noch nicht möglich ist. Wir bringen nur das raus, was wir auch selbst kaufen würden. Wir sagen nicht, dafür ist ein Markt vorhanden, das müssen wir rausbringen, weil wir damit Geld verdienen können.

Wir bringen Platten raus, wenn wir Bock haben und ohne vorzuplanen. Wenn dann mal eine Platte nicht so gut läuft, schlagen wir auch nicht gleich die Hände über dem Kopf zusammen, wenn der Act mit 'nem neuen Produkt kommt. Deshalb würde ich auch nicht sagen, daß wir Sell Out machen. Von irgendwas muß man ja leben, Miete und Steuern zahlen - und mit HipHop Geld zu verdienen ist keine Schande. Wer das behauptet, hat entweder reiche Eltern oder ist neidisch\", erklären mir RICK SKI und D-TEX LAW ihre Herangehensweise. Deshalb veröffentlicht \"Blitz Vinyl\" auch nicht nur auf gleichnamigem Material, sondern gibt ebenso CDs heraus. \"Um alles zu finanzieren, muß man auf CD veröffentlichen, denn Platten wird man nur noch an HipHopper los. Aber der Großteil der Käufer sind ganz normale Leute, und die kaufen lieber 'ne CD, aus unterschiedlichen Gründen. Es wäre auch Selbstmord, nur auf Vinyl zu veröffentlichen. Wir zahlen für jede verkaufte LP drauf, und um die Verluste wieder auszugleichen, müssen wir CDs verkaufen. Mit BLITZ MOB wird im Moment noch kein Geld verdient, es reicht, um sich selbst zu tragen: Wir stecken nichts rein, kriegen aber auch nichts raus\", sagen die \"Blitz Vinyl\"-Jungs.
Der BLITZ MOB tritt übrigens bei Adidas-Streetball-Tunieren auf, was einige Leute wohl \"anrüchig\" finden werden, taucht doch hier wiederum der Geist des \"Sell Out\" auf. Aber die Leute von BLITZ MOB finden es besser, die Show zu machen. Viel besser, als würden da Bürger Lars Dietrich oder irgendwelche Gymnastik-Zicken rumtanzen. Sie benutzen Adidas, um ihre Message rüberzubringen und das gute alte Jam-Konzept wiederzubeleben. Jeder, der Lust hat, kann sich auf die \"Blitz\"-Bühne stellen und rappen oder tanzen oder malen oder ...



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aus Intro #26 (Juli / August 1995)
 
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