Meshuggah

metal all the way?

14.05.1995, 13:07, Text: Autor unbekannt

Schuld daran ist das unglaubliche neue Meisterwerk der Schweden, welches den schönen Titel \"Destroy, Erase, Improve\" trägt und zur Zeit zumindest unsere heiligen Redaktionsräume ordentlich durcheinanderwirbelt. Dabei handelt es sich erst um das zweite vollständige Album der größten schwedischen Hoffnung seit ABBA, das allerorten - vor allem unter Leuten, die selbst ein Instrument ihr eigen nennen - Erstaunen hervorruft. \"Was macht denn der Schlagzeuger da?\" ruft der eine. \"Habt ihr den Basslauf gehört?\" fragt ein zweiter. \"Der Gitarrist spielt ja Licks wie John Coltraine!\" usw. usw. Ihr kennt das Spiel ... (Kommentar von Rhythmusgitarrist Morten: \"Ach, eigentlich spielen wir nur Metal, wie wir meinen, daß er klingen muß.\" Understatement pur!)
Anfang der Neunziger kam das Debütalbum \"Contradiction Collapse\", welches noch sehr eindeutig der Sparte Thrash Metal zuzuordnen war, auf den Markt und brachte erste Achtungserfolge.

Bereits das Minialbum \"None\" machte den Kurs deutlich, der fortan begangen werden sollte. Starke Einflüsse aus dem Jazzbereich trafen auf den brutalen, am ehesten als eine Mischung aus EXHORDER- und neuen GOREFEST-Sachen zu beschreibenden Gesang und fettes Riffing, was eine komplizierte und gerade deshalb sehr homogene Verbindung ergab. Fingerakrobat Frederic, für die Leads zuständig, hatte kurz vor der ersten Platte noch ganz andere Probleme, wie Morten erzählt: \"Er hatte sich die Kuppe des linken Ringfingers abgeschnitten. Nur einer schnellen Operation, bei der der verlorene Teil einfach wieder angenäht wurde, ist es zu verdanken, daß er wieder wie früher Gitarre spielen kann.\" Ein Wunder, welches von der lieben Regenbogenpresse, wären MESHUGGAH eine Schlagerkapelle, sicherlich weidlich und tränentreibend ausgeschlachtet werden würde.
Als Vorband der bei Erscheinen dieses Heftes gerade beendeten MACHINE HEAD/MARY BEATS JANE-Europatour erspielte man sich einen größeren Bekanntheitsgrad und dürfte sich einige Freunde gemacht haben. \"Das war sehr unterschiedlich\", gibt Morten offen zu. \"Bei einigen Gigs waren fast nur MACHINE HEAD-Die Hard-Fans anwesend, die weder uns noch unsere schwedischen Kollegen von MARY BEATS JANE gelten ließen. Dann gab es aber auch immer wieder Abende, wo wir, obwohl erste Band des Billings, wirklich abgefeiert wurden. Das war dann schon echt klasse.\" Auf dem Dynamo-Festival, dem offiziellen Höhepunkt und Abschluß der Tour, spielen sie leider als einzige Band nicht mehr. \"MARY BEATS JANE spielen freitags im Festzelt, MACHINE HEAD sonntags. Wir wollten auch ins Billing, aber die Veranstalter sagten uns, wir könnten zwar kommen und Backstage feiern, aber Spielen wäre nicht drin. Da fahren wir lieber gleich nach Hause.\"
Die Texte stammen übrigens größtenteils aus der Feder von Drummer Tomas, der sie extra so schreibt, daß sie für jeden frei interpretierbar sind. Als nächstes steht eine kleine Skandinavientour an, danach geht es in die Staaten und im Spätherbst ist dann Europa dran. \"Es ist noch nicht klar, ob es eine Headlinertour wird, das hängt vom Erfolg der Platte ab. Man wird sehen.\" Das solltet Ihr alle dann auch tun.



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aus Intro #25 (Juni 1995)
 
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