Pat Johnson

hobo with a grin

29.04.1995, 18:28, Text: Autor unbekannt

Bei einem Treffen in Köln erweist er sich als nachdenklicher, passionierter Musiker, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht: \"Ich bin seit etwa 15 Jahren professioneller Musiker. Das betrachte ich gerne als meine Lehrzeit, die Zeit, in der ich mein Handwerk lernte. 1986 schloß ich mich PENELOPEs Band an. Zu der Zeit hatte ich bereits ernsthaft komponiert und freute mich, meine Songs im akustischen Rahmen präsentieren zu können.\"
\"Mooner\" wurde mit deutschen Musikern eingespielt. Was trieb ihn gerade nach Deutschland? \"Ich bin eh mein ganzes Leben herumgezogen. In San Francisco habe ich für fünf Jahre gelebt. Das ist keineswegs meine Heimat.

Ich habe eigentlich gar keine Heimat. Auf Tour habe ich in Deutschland ein paar Freunde kennengelernt und ich dachte, dies sei der Platz, um eine Weile hier zu leben.\" JOHNSONs Musik spiegelt seinen Lebensstil wider. Sie ist vielfältig und vielschichtig. Die Frage nach den musikalischen Einflüssen fördert allerdings Unerwartetes zutage: \"Ein Songschreiber, den ich wirklich schätze, ist COLE PORTER. Jede Zeile seiner Songs scheint irgendeinen greifbaren Verweis auf ziemlich banales, normales Leben zu haben. Und selbst auf die Gefahr hin, anmaßend zu klingen: Meine Einflüsse, was den Gesang betrifft, sind eher SAM COOKE oder JACKIE WILSON.\"
In diesem Zusammenhang interessieren die leichten Jazz-Anklänge, die ich auf \"Mooner\" wahrzunehmen glaube. JOHNSON schmunzelt. \"Jazz ist das einzige, was ich mir anhöre, wirklich. Swing, Bop, THELONIUS MONK, JOHN COLTRANE, STEVE LACEY, alles Mögliche.\" Spielt er selbst Jazz? \"Versuche ich zumindest. Das ist es aber, was ich fürs nächste Album plane. Nicht gerade reinen Jazz, aber der Einfluß soll stärker werden. Der Ensemble-Stil des Jazz soll auf das Studiokonzept treffen, ohne daß es plump klingt. Ich will eine Balance finden zwischen Aufnahmetechnik und Improvisation, möchte die interessanten harmonischen Konzepte aus dem Popsektor nehmen und den improvisatorischen Charakter des Jazz einweben, vielleicht weniger Vocals und mehr Musik, mehr Soli.\"
Im September wird JOHNSON mit Band auf Tour gehen, wird es da Veränderungen zur Platte geben? \"Ich werde dieselbe Rhythmusgruppe wie auf CD verwenden, bringe aber auch noch mehr Musiker aus San Francisco mit: einen Saxophonisten, der auch Percussion spielt, und einen Gitarristen, der auch Keyboards spielt. Beide kommen aus der Jazz-Szene, sind sehr versiert und haben ein feines harmonisches Gespür. Das Interessante wird sein, das Material in das Format des Live-Sets zu bringen, die Textur zu ändern, es zu manipulieren, in dieser Form hörbar zu machen.\"



Artikel kommentieren
aus Intro #24 (Mai 1995)
 
  • Mehr Infos

  •  
Alle Artikel von Autor unbekannt
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.