Dead Mould

in die nische der unverwechselbarkeit

21.04.1995, 11:31, Text: Autor unbekannt

Fasziniert von der Rhythmik der METALLICA-Posse, gründen Martin und sein Kumpel Eudel (Bs&Gs) im Jahre 1991 DEAD MOULD. Ostwestfalen schwärmt für Gitarrenrockbands, der NIRVANA-Boom steht unmittelbar bevor. Zeit genug für die harte Fraktion, in der DEAD MOULD aufwächst, im Randgruppendasein zusammenzuwachsen. Martin und Eudel entwickeln sich zum akribischen Songwriterduo. \"Eine 10%ige Idee wird im Übungskeller zu einem Song ausgearbeitet. Meistens dauert es Monate, bis ein Endergebnis feststeht.\" Über die stetige Zusammenarbeit erwirtschaftet sich DEAD MOULD die musikalische Authentizität, die für die Nische der Unverwechselbarkeit im Wust der Bielefelder Bands vonnöten ist.

Sie deuten Metal um, weder kreuz- und kopfüber noch als College-Alternativepunkrock verwurstet, erreichen sie ihr Klassenziel der Nicht-mehr-Wegdenkbarkeit. Eudel, mit einem Organ zwischen Eddie Vedder und Chris Cornell, wird immer wieder für Vergleiche strapaziert. DEAD MOULD sind elektrisch, synkopisch, harmonisch, herrlich dynamisch und ein bißchen pathetisch. Fast nie unterschreiten ihre Songs die Vier-Minuten-Grenze. Ein Relikt vergangener Tage, in denen die Wut sie übermannte, auf Teufel komm raus zu arrangieren. \"Eintauchenauf\" enthält nur selten das Quentchen zuviel, um noch Bauchmusik zu sein. Martin ist erpicht auf das emotionale Element, das den kompositorischen Mosaiken Seele einhaucht. \"DEAD MOULD durchlaufen ständig neue Phasen. Der Tonträger enthält Material aus verschiedenen Zeitabschnitten. Während 'And Again' eine neuere Periode charakterisiert, steht 'Throwing Shapes' für ein bereits abgeschlossenes Kapitel unserer musikalischen Zusammenarbeit.\"
Nach vier Jahren ohne Plattenveröffentlichung gehören DEAD MOULD zu den Oldies im Demo-Geschäft. Bei der Veröffentlichung ihrer Debüt-Scheibe aber konnten sie den Erfahrungsreichtum ohne plumpe Rockstar-Illusionen als großen Vorteil verbuchen. Die Musik ist das wesentliche Kapital einer Band, der Gradmesser für ihre Klasse. Sie zu intensivieren, den Hörer in sie eintauchen und nach dem Schlußakkord wieder auftauchen zu lassen, ist durch den Albumtitel zum Programm von DEAD MOULD geworden.



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aus Intro #24 (Mai 1995)
 
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